Aktuelles

Neuer Kunstverein Gießen e.V.

Ecke Licher Str./Nahrungsberg · 35394 Gießen

(RMV ab Bahnhof mit der Buslinie 2 bis Haltstelle "Nahrungsberg")
Öffnungszeiten: Sa. 14–17 Uhr und nach Vereinbarung
 
Tel.: 0178 – 6604302

tl_files/themes/nkv/images/mitglied_werden_gruen_warm.jpgUnd so geht es: >>>

Jahresprogramm 2020

Das Programm für 2020 hier als Download (PDF | 612 KB)

Aliénor Dauchez

La Mer

12.09.–03.10.2020

Eröffnung: 12.09.2020, 18 Uhr

Grußwort: Melchior B. Tacet

 

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La Mer, est une chanson de mon enfance
La Mer, son mouvement incessant, ses vagues
La Mère, la nôtre, qui nous hante, nous envahit et disparaîtra
La Mère, vraiment?
La Mer questionne la matière du corps, son volume, son origine et ses orifices.

La Mer, ist ein Lied aus meiner Kindheit
La Mer, unaufhörliche Bewegungen, Wellen
La Mère, unsere, die uns heimsucht, uns plagt, und verschwindet
La Mère, wirklich?
La Mer befragt den Körper als Materie: sein Volumen, seine Herkunft und seine Öffnungen.

In ihrer Soloausstellung im Neuen Kunstverein Gießen verhandelt Aliénor Dauchez verschiedene Aspekte von Körperlichkeit. Sichtweisen auf den Körper, die oft in der Vertraulichkeit und abgetrennt von dem bleiben, was er nach außen repräsentiert. Die hier gezeigten Arbeiten stellen das Private aus und lassen es somit politisch werden.

Während der Eröffnung am 12.09.2020 zeigt Aliénor Dauchez die Performance 72x41x35

Aliénor Dauchez ist eine international tätige Bildende Künstlerin und Regisseurin. Erst als Ingenieurin der UTC in Compiègne ausgebildet, studierte sie anschließend Bildende Kunst an der UDK in Berlin und an der Beaux-Arts in Paris bei Gregor Schneider und Giuseppe Penone. 

Sowohl bildnerische als auch theatrale und performative Mittel sind gleichwertige Bestandteile ihrer künstlerischen Arbeit. Als Performerin ist sie selbst oft Bestandteil ihrer Werke oder die Arbeiten sind so konstruiert, dass sie an sich performative Elemente enthalten, indem sie die räumliche Situation und die Situation des Betrachters in stetem Wandel halten oder zumindest das Potential bergen, diese jeden Moment verändern zu können.


EN GARDE mit Studio Sörvis

11.07.–15.08.2020 

 

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Die beiden Künstlerinnen Sandrine Jalquin und Lina Marie Katz arbeiten seit dem Sommer 2018 unter dem Namen studio sörvis an verschiedenen künstlerischen Projekten in Gießen und Frankfurt. Ihre Werke zeichnen sich vor allem durch die Arbeit mit vorgefundenen Materialen aus. Analoge wie auch digitale Verfahren werden in ihren zumeist Siebdrucken und Fotografien gleichermaßen eingesetzt und miteinander ergänzt, so dass oftmals Collagearbeiten mit grafischem und illustrativem Charakter entstehen. 

Die im Neuen Kunstverein ausgestellten Arbeiten setzen sich mit den Begriffen: Eigentum, Grenze und Angst auseinander.

„You´ll do it gently, won´t you“ beschäftigt sich mit einer persönlichen, subtilen Angst, die durch eine Verletzung des körperlichen und geistigen Eigentums entstanden ist und die es zu überwinden gilt. Der Versuch, das reale Leben lückenlos aus der Retrospektive wiederzugeben, ist illusorisch, denn zwischen der Person der Vergangenheit und der der Gegenwart herrscht ein Zwiespalt. Die Frage der Authentizität von Autobiografien darf demnach nicht außer Acht gelassen werden. Neben autobiografischen Einflüssen setzt sich die Arbeit auch mit kollektiven Erlebnissen aus dem Bereich sexueller Übergriffe künstlerisch auseinander.

„German Angst“ hingegen fokussiert eine Angst, deren Ursprung nicht nachvollzogen werden kann, die das Bauen von Grenzen bewirkt und damit ein physisches Eigentum manifestiert. Stacheldrähte, meterhohe Hecken, Zäune, Fenstergitter, verschlossene Gartentüren oder Überwachungskameras. All dies sind symbolische Versuche sich selbst und den eigenen Besitz in Sicherheit zu wiegen. Jene Gestaltungsentscheidungen der eigenen, äußeren vier Wände geben Aufschluss auf die dort lebenden Menschen. Sie scheinen sich vor Etwas oder Jemandem zu fürchten. Ist diese Art von Streben nach einem Sicherheitsgefühl in einem privilegierten Land wie Deutschland nötig? Oder handelt es sich lediglich um eine Manifestierung des eigenen Besitzes?
Wo Abgrenzung geschieht, entsteht in gleichem Maße Ausgrenzung. Nicht zuletzt sollen Parallelen zwischen weltpolitischen Geschehnissen und Aktivitäten der eigenen Heimgestaltung gezogen werden.

Beide Arbeiten enthalten das Ziehen, Aufrechterhalten und Überwinden von Grenzen in jeglicher Weise. Missstände, wie die Nachbeteiligung von Frauen und Minderheiten, sowie fragwürdige, normative Verhaltensweisen sollen aufgezeigt und hinterfragt werden. 

 

Die Ausstellung erfolgt im Rahmen einer neuen Ausstellungsreihe für Absolvent*innen des Instituts für Kunstpädagogik der JLU. Die Räumlichkeiten des Kunstvereins werden zu einer Plattform für junge Künstler*innen, welche sich auf eine Ausschreibung für die Reihe EN GARDE beworben haben.


Nezaket Ekici – Papa’s Poem

Videoperformance/ 3 Kanal Video Installation 2016

 

Die Künstlerin Nezaket Ekici bezieht sich auf die Gedichte Ihres Vater Ziya Ekici (geb. 1937 Türkei, gestorben 1995 in Duisburg) aus seinem Gedichtband "Balik Bastan Kokar/Der Fisch stinkt vom Kopf her". Sie liest ein original-Gedicht von ihrem Vater in drei Sprachen: türkisch, deutsch und englisch. Die Gedichte hat sie selbst ins Deutsche und Englische übersetzt. Die Gedichte hat ihr Vater 1983 in Duisburg verfasst. Er kam 1970 als „Gastarbeiter“ nach Duisburg und holte die Familie 1973 nach. Der Vater hatte zuerst in einer Fabrik gearbeitet und nahm später seinen ursprünglichen Lehrerberuf wieder auf, in dem er dann türkische Klassen in der Grundschule in Duisburg unterrichtete. Es geht um die erste Generation der Gastarbeiter, die ihr Vater in seinen Gedichten bearbeitet hat: Migration, Sehnsucht, Heimat, Flucht, Liebe, Familie etc. Speziell das Gedicht „Eingebildeter Europäer“ (1983 Duisburg) handelt davon, als türkischer Bürger in Deutschland und Europa zu jener Zeit nicht integriert zu sein. Diese Themen aus den 1980er Jahren, die Ihr Vater in seinen Gedichten festgehalten hat‚ sind heute hochaktuell und auf die heutige Flüchtlingsproblematik anwendbar. Werden diese Menschen heute integriert oder leben sie zusammengepfercht in europäischen Ghettos? Wie weit wird Integration geleistet oder sind die Flüchtlinge nur Menschen auf Zeit, wie einst die Gastarbeiter der 60/70/Jahre... Durch den Vortrag des Gedichtes in einer Videoperformance transformiert die Künstlerin die Dichtung ihres Vaters zeitlich und inhaltlich. Mehr als das verbindet die Gedichte ihres Vaters mit ihrer eigenen Historie, die zugleich die Historie Deutschlands ist, und schafft so einen Probierstein, an dem sich ablesen läßt, wie es in der heutigen Europäischen Union um die Integrationsfähigkeit im Lichte der Rückkehr nationalistischer Strömungen bestellt ist. Erstmals live aufgeführt Performance Balik Bastan Kokar, in Fiktion Okzident, 50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen, Tophane- I_ Amire Istanbul 2011

Credit:
Nezaket Ekici
Papa’s Poem 
Videoperformance/ 3 Kanal Video Installation 2016
Kamera, Schnitt und Videostills: Branka Pavlovic
je 1,48 min . HD, MP4 16:9, sound, colour

Nezaket Ekici

Beschriebenes Blatt

14.03. – 20.06.2020
Die Ausstellung von Nezaket Ekici wurde bis zum 20.06.2020 verlängert 


Eröffnung: 14.03.2020, 18 Uhr

Grußwort: Erhard Waschke

Im Anschlus an die Eröffnung: Artist Talk mit Nezaket Ekici

 

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Wichtige Mitteilung:

Die Vernissage der Ausstellung „Beschriebenes Blatt“ von Nezaket Ekici findet wie geplant statt. 

Aus gegebenem Anlass werden wir auf Speisen und Getränke verzichten und wir bitten alle Besucher*Innen, sich an die üblichen Sicherheits-Verhaltensweisen zu halten. Aufgrund der räumlichen Enge im Kunstverein werden die Besucher*Innen gebeten, sich während des Künstlergesprächs mit Nezaket Ekici draußen aufzuhalten, wo das Gespräch per Lautsprecher übertragen wird.


Die international bekannte türkisch-deutsche Performancekünstlerin Nezaket Ekici (* 1970 in Kirsehir, lebt und arbeitet in Berlin und Stuttgart) hat in den letzten 20 Jahren über 250 Live-Performances, Videos und Installationen in mehr als 50 Ländern realisiert.

Die Künstlerin lässt immer wieder Welten aufeinanderprallen und geht an ihre Grenzen. Sie setzt sich mit den Unterschieden von Kulturen auseinander, arbeitet mit alltäglichen Dingen und lässt sich von der Kunstgeschichte, Architektur und Orten zu ihren Arbeiten inspirieren. In unnachahmlicher Weise stellt sie in ihren Live-Performances und Videoarbeiten eine intensive Nähe zum Publikum her und nimmt die Zuschauer mit auf eine emotionale und ästhetische Reise, die sowohl Höhen als auch Tiefen kennt.


Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Alternate GmbH für ihre großzügige Unterstützung

alternate

Götz Schramm

Café Deutschland I. R. L.

25.01. – 07.03.2020

Eröffnung: 25.01.2020, 18 Uhr
Einführung: Michaela Filla-Raquin 
Finissage mit Künstlergespräch: 07.03.2020, 18 Uhr

 

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In seiner ersten institutionellen Einzelausstellung präsentiert Götz Schramm seine Arbeiten sowohl in einer raumgreifenden Installation als auch online. Malerei, Siebdruck, Plastik, aber auch digitale Arbeiten wurden für die Ausstellung im Neuen Kunstverein Gießen entwickelt und werden erstmalig in dieser Konstellation zu sehen sein. Ausgehend von einer Bezugnahme auf seine eigene Biografie, schafft Götz Schramm Raum für eine weitreichende Reflexion der jüngsten Deutschen Geschichte. Café Deutschland I.R.L. erörtert gesellschaftliche und politische Themen unserer Gegenwart, wie das Aufkommen nationalistischer Gefühle in einer engen Beziehung zu Internet-Phänomenen. Götz Schramm ist 1983 in Potsdam geboren und studierte an der Weißensee Kunstschule Berlin. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. 

Die Ausstellung ist der Startpunkt der Plattform Café Deutschland I.R.L., einem langfristig angelegten Projekt von Kooperationen zum Thema Kunst und Politik, welche unter www.cafe-deutschland.online veröffentlicht werden. Für die Ausstellung im Neuen Kunstverein Gießen werden sowohl auf Instagram (@team.liebe) als auch auf Twitter (@LiebeTeam) Memes veröffentlicht. Diese Onlinearbeit ist in Kooperation mit der Künstlerin Marta Vovk entstanden. Zur Eröffnung am 25. Januar findet die Premiere von „Sirenen“ statt, einem Musikvideo von Drangsal in Kooperation mit den Kunstkollektiven Frankfurter Hauptschule und VHS Positiv. 

Zur Ausstellung erscheint eine Edition.

 


Exkursion nach Wiesbaden

Samstag, 14.12.2019

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Am Samstag, den 14.12. bietet der Neue Kunstverein eine Exkursion nach Wiesbaden an. Wir wollen gemeinsam die aktuelle Ausstellung im Museum Wiesbaden JETZT! – Junge Malerei in Deutschland sowie den Nassauischen Kunstverein besuchen. Dort wird die Ausstellung O PEIXE von Jonathan de Andrade gezeigt sowie eine Ausstellung der Klasse von Tobias Rehberger der Städelschule. In beiden Institutionen wird es eine Führung geben.

Kostenpunkt für Fahrt und Museumseintritt sind maximal circa 20 €, je nachdem, wieviele Teilnehmer mitkommen. Die Führung wird vom Verein übernommen. Wer Lust hat mitzufahren, kann sich gerne bis zum 30.11. unter info@kunstverein-giessen.de anmelden.

Hier zur Information schon einmal die angedachten Fahrtzeiten: Treffen um 11:30 Uhr am Gießener Bahnhof, Abfahrt 11:53 Uhr. Über die Rückfahrt entscheiden wir spontan, je nachdem ob noch ein Weihnachtsmarktbummel eingelegt wird. 

Emma Adler

SUPERFLARE

19.10.–30.11.2019

 

Eröffnung: 19. Oktober 2019, 18 Uhr

Einführung: Caroline Streck

Künstlergespräch: 30. November 2019, 15 Uhr

 

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Emma Adler (* 1980 in Besch, lebt und arbeitet in Berlin) setzt sich in ihren raumgreifenden, multimedialen Installationen mit den Themenkomplexen Original, Kopie und Fake sowie Virtualität und Realität auseinander. Jüngst liegt ihr Fokus auf Verschwörungstheorien und der damit einhergehenden Frage nach verschiedenen Realitätsebenen. In dem vermeintlich Sicheren oder den unvermuteten Verstörungen entstehen Verwirrungen, die als Grundlagen ihrer künstlerischen Anordnungen bezeichnet werden können. Emma Adlers Arbeiten lassen sich als vielschichtige Versuchsanordnungen verstehen, die unsere Ansichten zum Verhältnis von Wirklichkeit und medialer Repräsentation hinterfragen.


Wu Chi-tsung

Verweilen in der Natur

31.08.–12.10.2019

 

Eröffnung: 31. August 2019, 18 Uhr

Einführung: Andreas Walther

Künstlergespräch: 1. September 2019, 14 Uhr

 

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Die Arbeit von Wu Chi-tsung (* 1981 in Taipei, lebt und arbeitet in Taipei und Berlin) ist von vielschichtiger Natur. Früh unterwiesen in Tuschmalerei und Kalligrafie, dann in seinen Zwanzigern in Auseinandersetzung mit Ölmalerei, Medienkunst und Architektur, arbeitet er bis heute in verschiedensten Medien. Pinsel und Farbe finden sich zwar nicht mehr in seinem Atelier, dennoch aber fühlt er sich am ehesten als Maler und behält die traditionellen Künste als starke Referenz für seine Arbeit. Von dort ausgehend und in Video, Installation, Cyanografie und anderen Medien arbeitend, schafft Wu subtile Zeichen, die die Zeiten queren und eine Brücke ins Zeitgenössische schlagen. Für seine Ausstellung in Gießen wird er eine Auswahl bestehender Arbeiten mit einer fotografischen Edition kombinieren. 

www.wuchitsung.com


Handout 'Wu Chi-tsung - Verweilen in der Natur' (PDF)


Pressebericht Gießener Allgemeine

Pressebericht Gießener Anzeiger



IN / BETWEEN

Performancefestival

 

In Kooperation mit der Kunsthalle Gießen und dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft

Eröffnung: Samstag 24.08.2019, 12 Uhr im Hermann-Levi-Saal/Kunsthalle

Öffnungszeiten Kunstverein: Sa. 13–18:30 Uhr, So. 13–18 Uhr
Performancezeiten im Kunstverein: Sa. 24.08.2019 16–17 Uhr, So. 25.08.2019 14–15 Uhr

 

>>> Einladungsfolder (PDF)
>>> Vollständiges Programm / Timetable (PDF)

 

>>> Website der Kunsthalle
>>> Website ATW 

 

Institut-Avaroid

 

Das Performancefestival fokussiert eine zentrale Facette zeitgenössischer Kunst.

Der englische Begriff Performance steht für Auftritt beziehungsweise Vorführung. Performer*innen wenden sich jedoch bewusst gegen Theatralik und Schauspiel, gegen fixierte Texte und gespielte Handlungen, gegen den festen Raum der Bühne, gegen die Möglichkeit der Wiederholung. Performancekunst setzt ephemere, vergängliche und unwiederholbare Aktionen an die Stelle von dauerhaften Werken und ist damit auch als Kritik am Kunstmarkt konzipiert, der sich an käuflichen Produkten orientiert. Sie intendiert eine unmittelbare Erfahrung von Künstler*in und Publikum gleichermaßen. Performances erzeugen künstlerisch andere Wirklichkeiten, erschaffen Situationen für neue Erfahrungen und verhandeln Gegenwart.

Um dem Performativen auf interdisziplinäre Weise auf die Spur zu kommen, präsentiert die Kunsthalle Gießen in Zusammenarbeit mit dem Neuen Kunstverein Gießen e.V. und dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität das Performancefestival IN/BETWEEN. Über zwei Tage bespielen unterschiedliche Künstler*innen mit Liveperformances die Räumlichkeiten von Kunsthalle und Kunstverein, während Studierende der Angewandten Theaterwissenschaft mit Arbeiten im Stadtraum die beiden Standorte miteinander verbinden. Der Titel IN/BETWEEN verweist auf die geografische Verortung des Festivals sowohl innerhalb der Institutionen als auch außerhalb im Stadtraum. Viele der gezeigten Künstler*innen arbeiten partizipatorisch, beziehen also das Publikum unmittelbar in die performative Handlung ein. Einige Arbeiten sind installativ und aktivieren im Rahmen ihrer Performances ein Setting, das auch unabhängig von der Anwesenheit der Künstler*innen für Besucher*innen zugänglich ist.

 

Künstler*innen

Kunsthalle: Akademie (Ben Kaufmann, René Stessl), Baby of Control, Magdalena Kita, Evamaria Schaller, Thomas Zipp

Neuer Kunstverein Gießen: Institut Avaroid

Stadtraum: Pia Bendfeld, Jonas Demuth, Paula Regine Erb, Kathrin Selina Frech, Luise Hess, Anton Humpe, Sharon Jamila Hutchinson, Nadine Jachmann, Maren Küpper, Victoria Link, Martin Müller, Katharina Olt, Kerstin Oppermann, Anna Maria Pahlke, Naomi Royer, Carla Wyrsch (Studierende der Angewandten Theaterwissenschaft)

 

Kunsthalle, Neuer Kunstverein kuratiert von Dr. Nadia Ismail

Mitarbeit: Valentine Goldmann (Beirat Neuer Kunstverein Gießen e. V.)

Volontariat / Kunstvermittlung: Marta Dannoritzer

Szenisches Projekt (ATW): Leitung: Dr. Eva Holling

Künstlerische Betreuung: Ines Wuttke

 

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.


Philipp Hennevogl

Alles Vorstellbare

18.05.–29.06.2019

Eröffnung: 18. Mai 2019, 18 Uhr

Einführung: Erhard Waschke
Künstlergespräch:  22. Juni 2019, 16 Uhr, danach DJ Set in Pit‘s Pinte

 

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Der Linolschnitt ist mit der Zeit Philipp Hennevogls (* 1968 in Würzburg, lebt in Berlin) bevorzugte Ausdrucksform geworden. Durch den weitgehenden Verzicht auf Farbe und die Reduzierung der Arbeiten auf Schwarz und Weiß oder wenige Farbtöne konzentriert er sich auf die wesentlichen Elemente des Bildes: Lichtverteilung, Schatten, Raum, Oberflächen und Thema.

Die Motive und Sujets findet er in seiner direkten Umgebung, als Ausgangspunkt für seine Kunst. Das sind selbstgesehene Alltagsmotive, Portraits von Freunden, Stillleben und Stadtlandschaften. So sucht er die Wirklichkeit, den unverstellten Blick auf die Themen unserer Zeit und ist Beobachter, der das Stimmungsbild der ihn umgebenden Welt neu formuliert.


Silke Brösskamp

Morgenröte für Einsteiger

30.03.–11.05.2019

 

Eröffnung: 30.03.2019 um 18 Uhr

Einführung: Andreas Walther

Künstlergespräch am 11.05.2019 um 15 Uhr

 

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Silke Brösskamp (* 1965 in Münster, lebt in Köln) besetzt Räume. Sie nimmt ihre atmosphärischen Eigenheiten auf, ist auf der Suche nach architektonischen Besonderheiten, erkundet den Standort und seine Geschichte oder lässt sich zu einer fiktiven Herkunft inspirieren.

Mit raumgreifenden Skulpturen modifiziert die Künstlerin ihre Eindrücke und setzt ihre Skulpturen in Szene. Der Raum mutiert zur Bühne: vorgeführtes Glücksversprechen oder beklemmende Vision, Erinnerungskultur oder urbane Utopie – der Neue Kunstverein Gießen wird temporärer Schauplatz für Brösskamps Inszenierung.


David Reiber Otálora

Tropical Frenzy

09.02.–23.03.2019


Eröffnung: 09.02.2019 um 18 Uhr

Einführung: Till Korfhage
Künstlergespräch am 23.03.2019 um 16 Uhr

 

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David Reiber Otálora
ist 1992 in Münster geboren und wuchs in Bogotá, Kolumbien, auf. Derzeitig studiert er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Matt Mullican, Robert Bratkamp und Angela Schanelec.

In seinen Filmen und bildhauerischen Arbeiten beschäftigt sich David Reiber Otátora mit Exotismen und kolonialen Repräsentationen des Anderen und forscht nach Möglichkeiten, diese als Grundlage fantastischer und doppel-
deutiger Narrationen zu affirmieren.

Leslie Bauer

5 40 3 

15.12.2018–02.02.2019
 

Eröffnung: 15.12.2018 um 18 Uhr

Einführung: Till Korfhage
Künstlergespräch am 02.02.2018 um 16 Uhr

 

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In ihrer ersten Einzelausstellung im Neuen Kunstverein Gießen zeigt Leslie Bauer (*1988, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main) ihre Videoarbeiten „5 40 3“  (2017)  und  “Fahren 3“  (2018). 

Muster, Wiederholungen und Ansammlungen, die Organisation, Stukturierung und das Ineinandergreifen gewöhnlicher Abläufe sichtbar machen, sind Themen und Methoden in Leslie Bauers Arbeit. Einerseits die Gleichförmigkeit, andererseits die Unübersichtlichkeit alltäglichen Geschehens. Verkehr, als etwas sehr Wesentliches, Kennzeichnendes einer jeweiligen Zeit, wird als Ordnungsmuster und wahrnehmbare Form der Strukturierung von Raum und Zeit dargestellt. Der Blick aus dem Fenster eines Fahrzeugs zeigt unzählige durch die Bewegung sich anbietende, gleichzeitige Szenerien, weder geplant noch gestellt, deren Flüchtigkeit die Erfassung des Ganzen, d.h. das Gefühl einer Art Überblick ermöglichen sollen. Gleichzeitig macht die Fortbewegung eine ganzheitliche Sicht unmöglich. Im Bewegungszustand bestimmen Geschwindigkeit und Abstand die Wahrnehmung der durchquerten Landschaft. Das Straßennetz selbst ist ein Muster, ein raumrasterndes Konstrukt, das wiederum ein Reservoir an Mustern, Bildern und Erzählungen bietet. Die abstrahierende Darstellung einer universellen Bewegtheit bildet den Ausgangspunkt der beiden im Kunstverein gezeigten Videos.  
 

Intermezzo mit Kunstfilmen – 2. Teil des Programms vom 18.11. bis 8.12.

Filmprogramm:

Natalie Brück – I Hate Blue

Video, 6:16 min, 2015

Warum hasse ich blau? In I Hate Blue geht es um Fakten, Behauptungen und Ahnungen. Es geht um Zweifel an der Realität. Das Bild zeigt das Zusammenlaufen der Farben Rot und Blau. Eine Stimme zeigt Polaritäten auf. Sie verknüpft die Farben mit Eigenschaften, wie gemein oder aufregend und zieht gedanklich Verbindungen zu einem System, in dem wir uns befinden. Diese Zuordnungen und Eigenschaften verkehren sich im Laufe des Films in ihr Gegenteil oder verschwimmen gar miteinander. Beeinflussung. Ein- und Ausgrenzung. Vermischung. Wann, wie und wo muss, kann oder soll gehandelt werden?
 

Jürgen Heiter – Die Selbstmörder

8 min, 2015
mit Raymond Pettibon und Skylar Haskard
Nach Motiven des Romanes Mes Amis von Emmanuel Bove
Regie/Kamera/Schnitt/Produktion: Jürgen Heiter
Künstlerische Mitarbeit: Cony Theis
Endfertigung Andreas Walther

Victor (Raymond Pettibon), der furchtbar arm ist und zugleich in einem gewissermaßen höheren Sinne untätig, trifft auf einen Matrosen (Skylar Haskard), der den Plan gefasst hat, sich zu ertränken.Der ansonsten rührselige Victor, zunächst völlig ungerührt, läßt den Matrosen im Glauben, daßer sich mit ihm ertränken werde …
 

Jürgen Heiter – Via Predestina (Novemberhunde)

4:07 min., 1999/2009
Realisation: Jürgen Heiter
Eine Heiter Filmproduktion gefördert durch Akademie d. Künste Berlin, Ministerium für KJS des Landes NRW, Filmbüro NW, ©Heiter Filmprduktion 2009

Via Prenestina nahe Rom: Schüsse, Mopeds, Autos und zwei Hunde …

 

Zu den Künstlern:

Natalie Brück (*1989 Saarlouis) studierte Freie Kunst an der Kunsthochschule in Saarbrücken bei Georg Winter und an der Akademie in München bei Olaf Metzel und Gregor Schneider. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
www.nathaliebrueck.com

Jürgen Heiter (*1950 Recklinghausen) lebt in Köln, Filme als Regisseur, Autor und Produzent seit 1977.
www.juergenheiter.de

Intermezzo am 26.10.2018 ab 18 Uhr: »Fernsehen, Funk und Fritten« – Künstlerfilme, Musik und Pommes

Im Rahmen der Ausstellung „einundzwanzig. Ansichten eines Kunstvereins“
07. September bis 28. Oktober 2018
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag von 10 – 18 Uhr
Ort: KiZ, Südanlage 3a I Eingang auch über Japanischen Garten / Löberstraße


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Cony Theis und Jürgen Heiter,
Standbild aus "Secret Service - Ende des Imaginären II", 7 Min., 2015. 

 

Filmprogramm:


Romina Abate: 
Ohne Titel (Über alle Hindernisse), 1:40 Min., 2014. 3:4, 1280 x 1024 Pixel
Das Video ist während meiner 3-monatigen Residenz in der ehemaligen Künstlerkolonie Willingshausen, im Kontext der Ausstellung „Das Meer hat viele Ufer“ entstanden. In meinen Arbeiten beobachte ich, wie Bildsprache, Sinn und Bedeutung entstehen, wenn Dinge aus verschiedenen Kontexten zueinander in Beziehung treten, de/montiert und re/arrangiert werden. Meine Installationen funktionieren oft als Bühne auf denen ich als Performerin agiere; dabei stehe ich stets sowohl vor als auch hinter der Kamera, was mir die Einnahme verschiedener Blickwinkel erlaubt.

Max Brück: 
„Turner“, 1:25 Min., 2014.
Meine Videoarbeit „Turner“ ist eine Hommage an den Turnsport in meiner Familie. Auf alten Fotos entdeckte ich meine Urgroßeltern, die ich nie kennenlernte, wie sie an demselben Gerät turnten, an dem ich zu dieser Zeit auch turnte. Die Menschenmassen, bestehend aus meinem vervielfältigten Abbild, die den Raum durchqueren stehen für den Fluss der Generationen. Ich fand auch Fotografien alter Turnermärsche aus der Nachkriegszeit, die jedoch in ihrer Art stark an militärische Rituale erinnerten. Die Rolle des Sports als Massenbewegung im Nationalsozialismus hinterlässt nach meinem Gefühl bis heute deutliche Spuren. Viele Rituale und Formalien haben für mich einen bitteren Beigeschmack.

Max Eulitz: 
untitled”, 1:37 Min, 2018.
„Enter, stranger, but take heed
Of what awaits the sin of greed,
For those who take, but do not earn,
Must pay most dearly in their turn.
So if you seek beneath our floors
A treasure that was never yours,
Thief, you have been warned, beware
Of finding more than treasure there.”
(J.K. Rowling aus Harry Potter and the Sorcerer's Stone)

Jürgen Heiter: 
„Blätter und Wind“, 1 Min., 2018.
Darsteller: Udo Kier, ein Film von Jürgen Heiter
„ganz plötzlich aber – können sie es sehen...“
„Die Straßenbahn am Meer“, 12:20 Min., 2007.
Darsteller: Antonio Quarta, Theresa Baron, Andreas Walther
Erzähler, Buch und Regie: Jürgen Heiter
In diesem kurzen Film geht alles sehr schnell und Luisa ist schon tot, kaum dass Alberto seinen Espresso getrunken hat – daher kann der Erzähler mit Recht feststellen: Das Leben flieht dahin ... Am Ende ist dann auch alles sehr übersichtlich: Links die Toten und rechts die Verwundeten, denn dies ist ein Liebesfilm.

Marko Lehanka: 
„Mammy Wonderwoman in Bestie Skulptur“, 3 Min., 2008/2018.
Mein Film ist ein Trailer zu dem Animationsprojekt, an dem ich seit 2008 arbeite und immer wieder Schnipsel auf den Markt werfe. In der 3D Animation, bei der ich alles einsetzen kann: Zeichnen, Musik und Schreiben, gibt es keinen Plot, was sich als schwierig herausstellte. Zumindest ist es eine unendliche Geschichte.

Marc Nothelfer: 
Ocean II / Techno Transmitter Prt. VIII.V“, 9:15 Min., 2012/13. HD-Video-Loop
„Über Materie (1)“, 3 Min., 2011. HD-Video

Peter Rösel:
„I promise…”, (4 Sek. Im Loop), 1 Min, 2009. 
Die Animation zeigt eine Folge von 27 Simbabwe-Dollarnoten, aus den Jahren 2007 und 2008, die mit kleinen Buntstiftzeichnungen versehen sind. Die Serie der Geldscheine, die der Trickfilm alle vier Sekunden wiederholt, beginnt mit dem Nennwert von einem Simbabwe Dollar und erreicht nach 27 rasanten Schritten einhundert Trillionen Dollar. […] Die Jahresinflationsrate lag 2008 bei Trillionen Prozent, die tägliche Inflationsrate im Januar 2009 bei 98 Prozent. Rein rechnerisch stürzte die Kaufkraft also stündlich. Der Wert des Papiers der Geldscheine übertraf schnell den des Geldwerts und als Wertspeicher war die Währung zu diesem Zeitpunkt nutzlos, auch wenn der Finanzminister auf jedem Geldschein per Unterschrift auf die Verabredung hinweist: ‚I promise to pay the bearer on demand‘.

Thilo Schölpen:
„the place“, 3:35 Min., 2012/18.
Seine Fotografie „Rhine II“ hat Andreas Gursky digital bearbeitet und Personen und Gebäude entfernt. In meiner Videoarbeit transformiere ich das Foto behutsam in seine ursprüngliche Umgebung und lasse es in einem anderen Licht erscheinen.

Nicola Schudy und Silke Brösskamp:
„ParisParis“, 2:30 Min., 2014.
Während unseres Aufenthaltes in der Cité des Arts in Paris haben wir und mit dem Sammeln und Montieren von eigenen Bildern und Filmbildern verschiedener räumlicher Situationen beschäftigt:
„Der Betrachter sieht sich brüchig und unheimlich wirkenden Räumen ausgesetzt, die ganz unterschiedlichen Realitätsebenen angehören. Teils Kulisse, teils Filmszene, Realraum und Malfläche fügen sie sich zu einer auch abstrakt zu lesenden Bildkomposition und eröffnen eine neue Form der Animation.“ (Renate Puvogel)

Cony Theis und Jürgen Heiter:
„Secret Service – Ende des Imaginären II“, 7 Min., 2015.
Musik: Sven-Åke Johannson und Cristi Cara
mit Thomas Hornemann, Cristi Cara, Boris Löhe und Pierre
Video von Cony Theis und Jürgen Heiter
Bilder und Töne, die sich wie Paare unterwegs begegnen und wieder trennen...
Auf der Tonspur Auszüge aus „Das unbekannte Meisterwerk“ von Balzac, also das Scheitern des Porträts; dagegen/daneben Bilder einer Maskierung und Proben zu einem Spielfilm.
Und Musik, ein Schlager und Sven-Åke Johanssons Kuckucksuhr (gesungen...).

einundzwanzig. Ansichten eines Kunstvereins

Eröffnung: 07.09.2018, 18 Uhr

07.09.–28.10.2018
 

Begrüßung: Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin

Ansprachen:
Marcel Baumgartner, Vorsitzender von 1998 bis 2006
Markus Lepper, Vorsitzender von 2006 bis 2017
Till Korfhage, Vorsitzender seit 2017


Musikperformance: Thilo Schölpen

Intermezzo am 26. 10. 2018 ab 18 Uhr: »Fernsehen, Funk und Fritten« – Künstlerfilme, Musik und Pommes

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag von 10–18 Uhr
Ort: KiZ, Südanlage 3a I Eingang auch über Japanischen Garten / Löberstr.


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2018 blickt der Neue Kunstverein Gießen auf eine nunmehr zwanzigjährige Existenz zurück und nutzt diesen Anlass zur Bestandsaufnahme: 

Zwischen Erkundungen an den Rändern der Zeichnung, Grenzfragen der Malerei und gelegentlichen Exkursen zu aktuellen Positionen aus Fernost verfolgt der Verein seit zwei Dekaden diverse Linien, registriert Tendenzen und bietet neue Einsichten. 

Anhand einer Auswahl von 20 + 1 Künstlern aus 20 Jahren spazieren wir mit der Jubiläumsausstellung nun erstmalig durch ein Gelände, so wie es die bisherigen Kooperationen geformt haben. Diese Retrospektive nutzt der Verein gleichzeitig als Ausgangspunkt für einen Ausblick in die Zukunft.

 

Romina Abate 2018 Lucie Beppler 2004 Heinz Brand 1999 Max Brück 2015 Chiang San-shih 2014 Nikolaj Dudek 2011 Henrik Eiben 2015 Jáchym Fleig 2010 Verena Freyschmidt 2018 Armin Hartenstein 2010 Cécile Hummel 2000 Marko Lehanka 2000 Marc Nothelfer 2017 Peter Rösel 2014 Eva-Maria Schön 2007 Leopold Schropp 2001 Nicola Schudy 2017 Manfred Stumpf 2006 Susa Templin 2013 Cony Theis 2016 Herbert Warmuth 2009


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Fotos: Robert Metsch


Übersicht Editionen

>Hier< gibt es eine aktuelle Übersicht der noch verfügbaren Editionen.

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