Leslie Bauer

5 40 3 

15.12.2018 – 02.02.2019
 

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Leslie Bauer
(lebt und arbeitet in Frankfurt am Main) untersucht in ihrer Videoarbeit 5 40 3 Strukturen des Unterwegseins. 

Durch Bewegung entstehende Muster, Wiederholungen und Ansammlungen abstrahieren unsere Umwelt und verweisen primär auf ihre Oberfläche. Die Gleichförmigkeit des Fahrens fragmentiert uns bekannte Umgebungen, deformiert sie flüchtig und übergangshaft. Was entsteht, sind ornamentierte Bilder von Ordnungsmustern und wahrnehmbare Formen der Strukturierung, die das transitäre Ineinandergreifen von Raum und Zeit auf einer anderen Ebene abbilden.

David Reiber

Tropical Frenzy

 27.10. –  08.12.2018
 

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David Reiber Otálora
ist 1992 in Münster geboren und wuchs in Bogotá, Kolumbien, auf. Derzeitig studiert er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Matt Mullican, Robert Bratkamp und Angela Schanelec.

In seinen Filmen und bildhauerischen Arbeiten beschäftigt sich David Reiber Otátora mit Exotismen und kolonialen Repräsentationen des Anderen und forscht nach Möglichkeiten, diese als Grundlage fantastischer und doppel-
deutiger Narrationen zu affirmieren.

Jubiläumsausstellung des Neuen Kunstvereins

07.09. – 28.10.2018
 

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2018 blickt der Neue Kunstverein Gießen auf eine nunmehr zwanzigjährige Existenz zurück und nutzt diesen Anlass zur Bestandsaufnahme: 

Zwischen Erkundungen an den Rändern der Zeichnung, Grenzfragen der Malerei und gelegentlichen Exkursen zu aktuellen Positionen aus Fernost verfolgt der Verein seit zwei Dekaden diverse Linien, registriert Tendenzen und bietet neue Einsichten. Aus den künstlerischen Angeboten, die seit der Gründung 1998 die Auslagen des Büdchens erfüllen und den Tresen des Vereins passieren, ergibt sich eine dynamische Profilierung. 

Anhand einer Auswahl spazieren wir mit der Jubiläumsausstellung nun erstmalig durch ein Gelände, so wie es die bisherigen Kooperationen geformt haben. Diese Retrospektive nutzt der Verein gleichzeitig als Ausgangspunkt für einen Ausblick in die Zukunft.

Max Eulitz

New Work

01.09. – 20.10.2018
 

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Max Eulitz
(* 1987 in Leipzig) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und New York. Seine künstlerische Praxis stützt sich auf einen konzeptuellen Ansatz, wobei häufig die kulturellen Aktivitäten und Erzeugnissen der ›petits bourgeois‹ als Inspirationsquelle dienen. In teilnehmenden Beobachtungen, humorvollen Anekdoten und Kollektiverfahrungen reflektiert Eulitz seinen sozialen, politischen und zeitgeschichtlichen Kontext. Trotz klassischer Ausbildung im Bereich der Fotographie, deren Praxis vom Künstler häufig hinterfragt wird, ist Eulitz‘ Arbeitsweise keineswegs medien- oder formspezifisch, sondern umfasst Malerei, Skulptur, Performance, Photographie und Buchprojekte. Er absolvierte an der Städelschule bei Peter Fischli.

Eberhard Müller-Fries / Anja Harms

» … sind Sie die Flüstergalerie?«

16.06. – 21.07.2018
 

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Diese Zeile aus einem Text von Ernst Jandl gibt den Titel der Installation von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries im Neuen Gießener Kunstverein. Die Literatur ist der ständige Begleiter der Künstler Anja Harms und Eberhard Müller-Fries. Gedichte u. a. von Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Johannes Bobrowski, altenglische Elegien, aber auch die Gesänge aus dem finnischen Nationalepos »Kalevala« stoßen bei ihnen etwas an, was sie in Farben, Formen und Strukturen übersetzen. In ihren Werken vereinigen sie zwei Künste. Anja Harms ist Buchkünstlerin, Eberhard Müller-Fries Bildhauer. Es entstehen raumgreifende, lesbare Skulpturen, Installationen, Buchskulpturen, und Künstlerbücher. Ihre gemeinsam erschaffenen Arbeiten leben von der künstlerischen und handwerklichen Aneignung des jeweils anderen. Sie denken zusammen, was sich ausschließt und eröffnen damit neue Perspektiven.

WANG Yahui

Fragen an Schatten

28.04. – 09.06.2018


Eröffnung: 28.04.2018, 18 Uhr
Einführung: Andreas Walther

06.05.2018: 14 Uhr Künstlergespräch; 16 Uhr Kurzvorträge Daoismus und Kreative Arbeit und Lieder auf der Guqin, gespielt von Liu Hsingi
 

Zur Ausstellung erscheint eine Edition


 

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WANG Yahui (lebt und arbeitet in Taipei) arbeitet medienübergreifend mit Video, Installation, Fotografie und Malerei. Mittels dieser Bildmedien konzentriert sich ihre Praxis auf die periphere Sicht des Betrachters und die Überlappung von Realität und Bildern, wobei sich Fragen nach virtuell / real, innen / außen, wie auch nach dem Wesen der Bilder und dem Seherlebnis stellen. Ihre Arbeit kreist um die östliche Naturphilosophie und die Beziehung zwischen Mensch und Welt. Bei ihrer Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Leben interessiert sie, wie hier das östliche Denken einbezogen werden kann. Ihre Arbeit will nicht bestimmte Landschaften schaffen bzw. abgrenzen; vielmehr geht es ihr darum zu verstehen, wie sich eine Landschaft im bewegten Bild konstruiert.

www.wangyahuiart.com

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Edition

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Fragen an Schatten

Pigmentdruck auf Fine Art Paper, ungerahmt, 24 x 30 cm
gerahmt in schwarzem Aluminiumrahmen hinter Museumglas  
Auflage 12 + 1AP
260 €, zzgl. 10 € Versand

Verena Freyschmidt

Rhizome

10.03.–21.04.2018


Eröffnung: 10.03.2018, 18 Uhr

Einführung: Katja Ebert-Krüdener
 
Künstlergespräch (Moderation: Dr. Nadia Ismail): 
21.04.2018, 15.30 Uhr
Konzert des Klangkünstlers Lasse-Marc Riek: 
21.04.2018, 17 Uhr

 

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Die künstlerische Arbeit von Verena Freyschmidt (*1975, lebt und arbeitet in Düsseldorf) bewegt sich im Bereich der Zeichnung, (Wand-)Malerei und Wandinstallation.
Ihre Materialien sind vorwiegend das Papier, der Stift und die Schere. Sie entnimmt Linien, Strukturen und Formationen aus Gesehenem und Erinnertem und setzt sie in neue Zusammenhänge.
Es entstehen großformatige Papierschnitte, die gleichermaßen freie künstlerische Schöpfungen wie Anmutungen der Natur sind. Gleich organischer Prozesse erobern fraktale Strukturen wachsend den Raum.
Dabei geht es ihr um die Beschaffenheit der Dinge, ihre Struktur und elementare Form.

Zur Eröffnung erscheint eine Edition:
o. T., Tusche, Farb- und Bleistift auf Papier, 24 x 30 cm, signiert und datiert, recto.
jeweils 200,– Euro (Rahmen: 20,– Euro); alles zusammen: 220,– Euro (mit Rahmen), zzgl. Versand
Auflage: 10 (Unikate)

Edition

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„o.T.“

Tusche, Farb- und Bleistift auf Papier, 24 x 30 cm, signiert und datiert, recto.
Auflage: 10 (Unikate)
jeweils 200,– € (Rahmen: 20,– €); alles zusammen: 220,– € (mit Rahmen), zzgl. Versand

Thorsten Voß

minuszehnprozent

20.01. – 03.03.2018


Eröffnung: 20.01.2018, 18 Uhr

Einführung: Dr. Norman Hildebrandt
Künstlergespräch: 24.02.2018, 16 Uhr
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Thorsten Voß (* 1987, lebt und arbeitet in Offenbach am Main) studiert in seinen Zeichnungen den Menschen und dessen Abgründe. So steht auch in minuszehnprozent das Drama um die Vergötterung der eigenen Spezies im Vordergrund. Wann genau hat der Mensch beschlossen, sich über jedes andere Leben zu erheben? Woher nimmt der Homo sapiens sich das Recht, den Planeten im Allgemeinen zu gestalten? Mit einem Blick für die kleinen Niederträchtigkeiten des Alltags rühren die Zeichnungen von Thorsten Voß an unserem Stolz. Jedes der in Gießen präsentierten Motive formiert sich mit seinen Tier-Mensch-Mutationen zum Angriff auf den Betrachter. Die verschlungenen Körper winden sich in ihrem Schicksal, aus Trieb und Verstand geneigter Zügelung. Beim Anblick der hart konturierten Zeichnungen aus Bleistift wird klar: Der Mensch bleibt, auch wenn Seele/ Geist/ Bewusstsein anderes suggerieren, der Häuptling der Nahrungskette.

Editionenschau

Editionenschau
09. 12. 2017 – 06. 01. 2018

Eröffnung: 09. Dezember 2017, 18 Uhr

Grußwort: Markus Lepper und Till Korfhage

 

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Abbildung: Hochregallager des Neuen Kunstvereins in Frankfurt/M., Osthafen 2, Dieselstr. l 2017 l Foto: Tim Stieffenhofer

 

Zum Jahresende nutzt der Neue Kunstverein Gießen den ehemaligen Kiosk, um seine Editionen der vergangen Ausstellungen der Öffentlichkeit zu präsentieren und so einen gebührenden Auftakt zum Jubiläumsjahr 2018 zu begehen.
Im Rahmen der kleinformatigen Rückschau werden ebenso die diesjährigen Publikationen vorgestellt.

 

Marc Nothelfer

»Oh Sparta, mon amour!«
21. 10. – 02. 12. 2017

Eröffnung: 21.10.2017, 18 Uhr
Künstlergespräch: 02.12.2017, 16 Uhr

 

 

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Der Individualismus erschöpft sich. Das hohe Maß an Rationalität, welches den Aufruf zur Selbstverwirklichung und Optimierung grundiert, realisiert sich in Momenten der größten Ekstase als blinde Irrationalität. Komplex organisierte Gesellschaften verlieren die Fähigkeit, sich selbst zu betrachten und ihre Zukunft zu entwerfen. Handeln wird von Affekten und Gefühlen geleitet, um gleichsam in Gleichgültigkeit und Zynismus zu münden. Es sind dies eigentümlich phantomhafte Kippbilder.
Der Frankfurter Künstler Marc Nothelfer (* 1979 in Köln) geht den schmalen Schwellen dieser Ambivalenzen und Paradoxien nach. Hier findet er beides: das Trennende und Verbindende, die Suche nach Möglichkeiten aus der Zeit zu fallen und den Wunsch nach mehr als nur einem Versprechen; Bewegungen, die sich je immer sowohl als Gift und als Gegengift zugleich entpuppen.

 

Christiane Feser

..,

Eröffnung: 02. September 2017, 18 Uhr

Dauer der Ausstellung: 02. September–15. Oktober 2017

Einführung: Andreas Walther

Künstlergespräch: 09. September 2017, 16 Uhr

 

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Christiane Feser (* 1977, lebt und arbeitet in Frankfurt/M.) benutzt fotografische Techniken für ihre von Hand konstruierten Versuchsanordnungen, in denen sie im Zusammenspiel mit Licht und Schatten neue Wahrnehmungsphänomene erschafft.
In ihrer Arbeit hinterfragt Feser die traditionelle Herangehensweise der Fotografie und hält uns in ihren Arbeiten paradoxe Momente des Wirklichkeitsbezugs des Mediums zwischen Dokumentation, Abstraktion und Illusion unmissverständlich vor Augen. Gerade weil keine Kongruenz zwischen Wirklichkeit und fotografierter Wirklichkeit hergestellt werden kann, verschleiern Fesers Arbeiten ihre ästhetische Konstruiertheit nicht, sondern heben sie gerade zu als das, was sie sind, nämlich als theoretisches und gedankliches Konstrukt hervor. Während Christiane Fesers Arbeiten sich immer auch in die dritte Dimension erstrecken, werden sie im Rahmen Ihrer Ausstellung im Neuen Kunstverein Gießen noch etwas tiefer in den Raum hineinreichen.

 

Pressebild

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Edition

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Sonderedition Gießen

Photo Object, Archival Inkjet Pigmentprint, Nadeln, 29,7 x 21 x 3 cm, 2017
Auflage 20

Patrick Borchers

Stichprobe
22. 07. – 28. 08. 2017

Eröffnung: 22. Juli 2017, 18 Uhr
Einführung: Ansgar Schnurr

Künstlergespräch: 23. Juli 2017, 15 Uhr
Im Anschluss an das Gespräch findet ein Ausflug zur
Wandarbeit »blumengießen« des Künstlers mit
Eröffnungsfeier um 17 Uhr statt. Fahrräder werden empfohlen.


 
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Foto: Jörg Wagner

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Patrick Borchers (* 1975, lebt und arbeitet in Hagen und Dortmund) sammelt zumeist im Internet Fotomaterial zu politisch motivierten Bewegungen, Demonstrationen und anderen Phänomenen, um diese Bildarchive dann zeichnerisch reduziert zu interpretieren. Daneben verwendet er eigene Videos sowie Foundfootage-Sequenzen, die er häufig mit seinen Zeichnungen in einen installativen Sinnzusammenhang stellt und so nonlineare Erzählstrukturen entstehen lässt, die ein individuelles Verorten der Inhalte fordern.
Borchers Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, aktuell realisiert er das Kunst-am-Bau-Projekt „blumengießen“ im Rahmen des neu angelegten Wohnparks am Alten Schlachthaus in Gießen.

 

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Fotos: Jörg Wagner

Nicola Schudy

Mind the Step
10. 06. – 15. 07. 2017

Eröffnung: 10. Juni 2017, 18 Uhr
Einführung: Andreas Walther
Künstlergespräch: 15. Juli 2017, 16 Uhr
Zur Ausstellung erscheint eine Edition.

Am 10. Juni kooperiert der NKV mit dem Kunstturm Mücke,
der um 15.30 Uhr ein Künstlergespräch mit der Künstlerin Ulli
Böhmelmann zum Abschluss deren Ausstellung in Mücke anbietet.

 

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Nicola Schudy (* 1968, lebt in Köln) entwickelt ihre installativen Arbeiten aus und für den jeweiligen Ort. Dabei ist das persönliche atmosphärische Erleben der Raumsituation ebenso Quelle wie die Beschäftigung mit dessen Geschichte, Funktion und architektonischen Besonderheiten.  
„Die charakteristischen, prägenden Gegebenheiten von Orten und Räumen erfahren durch Schudys bildnerische Vorstellungskraft irritierende, verunsichernde, zuweilen verstörende Fortschreibungen. Sie sind konsequent abgeleitet von den Dingen, die man in unserer vom Menschen gestalteten Lebenswelt antrifft und die einen immer wieder staunen lassen.“ (Kay v. Keitz)

 

Theatermaschine

n.n.
01.06. – 04.06.2017

 

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Die Theatermaschine ist die Werkschau der Studierenden der Angewandten Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Gezeigt werden neuste Arbeiten und Probenstände an verschiedenen Orten in der Stadt. Auch in diesem Jahr freut sich der Neue Kunstverein Gießen über eine spannende Belebung des Kiosk durch junge Positionen aus der Theaterlandschaft.

 

Max Bodenstedt

»Max hat´s«
25. 03. – 06. 05. 2017

Eröffnung: 25.03.2017, 18 Uhr

Einführung: Till Korfhage und Markus Lepper

Künstlergespräch und Vorstellung der Publikation: 06.05.2017, 16 Uhr


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Max Bodenstedt (* 1990, lebt und arbeitet in Leipzig) unterwandert mit seiner Ausstellung im Neuen Kunstverein vermutlich die Erwartungen derjenigen, die ihn als Fotografen kennen.
 
Er zeigt Zeichnungen und Installationen und kombiniert Nebenprodukte einer boomenden Stadtgesellschaft mit Materialien, die unmittelbar der Natur entstammen. So bieten seine Zeichnungen mit Schöllkrautsaft auf PVC-Folie ein alternatives Naturverständnis an, fernab von anthroposophischen Kosmetikprodukten.
Es sind Geschichten über das Bauen in der Stadt, die Kraft der Brache und zur Poesie der liebevollen Aufmerksamkeit. Mit „Max hat’s“ werden die Vorstellungen von einer Welt, die man im Griff hat, ebenso in Frage gestellt wie der kleine, überschaubare Kosmos im Kiosk.
 
Am 6. Mai 2017, zum Ende der Ausstellung, erscheint eine Publikation auch als Vorzugsausgabe.

 

Pressebild

Publikation

Max Bodenstedt:
"Max hats's"

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2017
10 x 15 cm, 56 S., Auflage 100
Preis: 5,– € zzgl. Versand

Natur(en)

Der Kunstverein zu Gast im KiZ
21.01.–12.03.2017


Eröffnung: 21.01.2017, 18 Uhr
Begrüßung: Simone Maiwald (Leiterin des Kulturamtes Gießen), Markus Lepper (Vorsitzender des Neuer Kunstvereins Gießen)
Einführung: Andreas Walther und Susanne Ließegang (Kuratorenteam der Ausstellung)

 

Ort: KiZ, Südanlage 3a I Eingang auch über Japanischen Garten / Löberstr.
Öffnungszeiten: Dienstags–Sonntags von 10–18 Uhr

 

Mit Arbeiten von Ricardo Calero, Marianne Hopf, Jiang San-shi, Christiane Löhr, Karl Prantl, Mario Reis, Andreas Walther, Yu-ichi Inoue, Yamanobe Hideaki


Natur(en) - Vorträge und Gespräche:

am Samstag, den 4.3. 2017 im KiZ, Südanlage 3a, rechter Seiteneingang der Kongresshalle bzw. Zugang von der Löberstraße aus durch den japanischen Garten:

11:30-12:30: Offenes Begehen der Ausstellung (Kuratorenteam und Vortragende sind bereits anwesend)
12:30-13:15: Gemeinsames Mittagessen
13:15-13:30: Begrüßung
13:30-14:10: Vortrag Andreas Walther "Über Qualitäten des Absichtslosen im künstlerischen Arbeitsprozess"
14:10-14:50: Vortrag Dr. Susanne Ließegang "Überlagerungen – ein Ausstellungsrundgang"
14:50-15:10: Pause
15:10-15:50: Vortrag You Mi, Kunsthochschule für Medien Köln "Natur-ing - On the Chinese understanding of nature, craft, freedom and their relevance for artistic practices"
15:50-16:30: Künstlergespräch (noch offen)
16:30-17:00: Vorstellung des Buches "Das Wirken in den Dingen" von Jean-Francois Billeter
17:00-17:15: Pause
17:15-18:00: Abschließendes Gespräch mit allen Beteiligten

 

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Ausgangspunkt des Projektes ist eine skizzenhafte Idee von Natur als dem per se sich Entziehenden, gänzlich Offenen, Namenlosen. Es sind Fragen um Wahrnehmung, welche dann die künstlerischen Positionen aus Fernost und Europa versammeln, die sich diesem Offenen in jeweils eigener Weise nähern: Fragen nach Qualitäten von Wahrnehmung im künstlerischen Arbeitsprozess, Fragen nach Bedeutung und Rolle des Mediums in diesem Prozess und damit Fragen nach den Wechselwirkungen zwischen Wahrnehmung und Medium. Für die Betrachtung der Arbeiten stellen sich verwandte Fragen: welche Erfahrungen eröffnen sich, wenn wir uns den Werken über deren sinnliche (visuelle) Präsenz und Wahrnehmbarkeit nähern? Welche Zugänge zu den Werken ergeben sich aus der Überlagerung der unterschiedlichen künstlerischen Positionen in der Wahrnehmung? Welche Reflexionswege bieten sich darin an?

Gefördert durch die Hessische Kulturstiftung und das Kulturamt der Universitätsstadt Gießen

 

>>> Projektskizze deutsch

>>> project outline english

>>> Dokumentation der Ausstellung (deutsch/english)


 

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Ricardo Calero


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Marianne Hopf

 

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Jiang San-shi

 

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Christiane Löhr

 

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Karl Prantl

 

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Mario Reis

 

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Andreas Walther

 

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Yamanobe Hideaki

 

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Yu-ichi Inoue

 

Publikation

Katalog Natur(en)


Ausgangspunkt des Projektes 
Natur(en) war eine skizzenhafte Idee von Natur als dem per se sich Entziehenden, gänzlich Offenen, Namenlosen. Es waren Fragen um Wahrnehmung, welche dann die künstlerischen Positionen aus Fernost und Europa versammelten, die sich diesem Offenen in jeweils eigener Weise näherten: Fragen nach Qualitäten von Wahrnehmung sowie der Rolle und Bedeutung des künstlerischen Mediums im Arbeitsprozess, nach dessen Einflussnahme auf diesen Arbeitsprozess und schließlich Fragen nach den Wechselwirkungen zwischen Wahrnehmung und Medium. Für die Betrachtung der Arbeiten stellten sich verwandte Fragen: welche Erfahrungen eröffnen sich, wenn wir uns den Werken über deren sinnliche (visuelle) Präsenz und Wahrnehmbarkeit nähern? Welche Zugänge zu den Werken ergeben sich aus der Überlagerung der unterschiedlichen künstlerischen Positionen in der Wahrnehmung?  Welche Reflexionswege bieten sich darin an?

Das Buch Natur(en) bietet im Bildteil einen Gang durch die Ausstellung Natur(en), zeigt die räumlichen Verhältnisse und stellt alle Arbeiten vor. Der Textteil dann zeichnet in groben Zügen den Tag mit Vorträgen und Gesprächen nach, der im Rahmen der Ausstellung stattgefunden hat: Neben Textbeiträgen der Kuratoren finden sich hier Ausschnitte aus dem bei Matthes & Seitz Berlin erschienenen Text Das Wirken in den Dingen des Schweizer Sinologone Jean François Billeter, der in verschiedentlich Grundlage für Überlegungen im Rahmen der Ausstellung war.

2017. Hg: Kulturamt Gießen, Neuer Kunstverein Gießen. 
Texte von Jean-François Billeter, Andreas Walther. 
64 Seiten, 27,5 x 23,5 cm, deutsch, 36 Abbildungen, Broschur, Fadenheftung.
25,00 EUR
ISBN 978-3-86833-230-8

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http://modoverlag.de/gesamtverzeichnis/titel/buch/titel/naturen//show

 

Mårten Spångberg

The Planet (later at night)
13.01.–18.02.2017

 

Eröffnung: Freitag, 13. Januar 2017, 21 Uhr

Einführung: Georg Döcker,
im Anschluss erster Leseabend mit Mårten Spångberg


Dauer der Ausstellung vom 13. Januar – 18. Februar 2017

18. Januar, 21 Uhr: zweiter Leseabend mit Mårten Spångberg
20. Januar, 19 Uhr: Gespräch von Mårten Spångberg
und Bojana Kunst, im Anschluss dritter Leseabend
18. Februar, 18-21 Uhr: Finissage (Special: Absolut Vodka)

 

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Mårten Spångberg (*1968, lebt in Stockholm) ist Choreograph, Autor und Performer, er arbeitet an Theatern in ganz Europa. Sein Interesse gilt der Choreographie im weiteren Sinne und er nähert sich diesem weiten Feld mittels experimenteller Praktiken, kreativer Prozesse, verschiedenster Formate und Ausdrucksweisen. Zunächst war er als Journalist tätig, seit 1994 arbeitet er auf der Bühne und seit 1999 ist er als Choreograph tätig.
1996 bis 2005 organisierte und kuratierte Spångberg Festivals in Schweden und anderen Ländern. 2006 initiierte er die Netzwerk-Organisation INPEX. Zu seinen choreographischen Arbeiten, die allesamt in Europa und teils auch in den USA tourten, zählen unter anderem Powered by Emotion und La Substance, but in English.
Im Wintersemester 2016/2017 wird Spångberg eine Gastprofessur am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft übernehmen.

The Planet (later at night) wird in Kooperation mit dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Uni Gießen veranstaltet.

http://martenspangberg.se

 

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Pressebild

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Edition

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Pizza box (with a Drawing of Sigmunds Freuds house in London)
100 €

Cups (made of chocolate) 2 pieces!
160 €

2 Cups and 1 Pizza box
220 €

Jan-Ulrich Schmidt

Der Kern
05. 11. 2016 – 07. 01. 2017

Eröffnung: 05.11.2016, 18 Uhr
Einführung: Barbara Stollhans

Künstlergespräch: 03.12.2016, 16 Uhr

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»Der Ausbruch / Der Kern «
2015 / 16 | Mischtechnik auf Leinwand | 128 × 172 cm

 

Jan-Ulrich Schmidt (* 1976, lebt in Frankfurt/Main) setzt subtile Zeichen. Seinen „Übersetzungen“ in einen Farbstreifencode liegt eine Analyse der Farben im Ausgangsbild zugrunde, aus dem er mit Hilfe eines extra für ihn geschriebenen Computerprogramms die häufigsten Farben herausfiltern kann.
Bewusst bedient er sich für Farbe, Farbauftrag und Komposition bei unterschiedlichen Vorbildern der Kunstgeschichte, rekombiniert diese und widerspricht dadurch entschieden der Behauptung der Moderne, dass es eine abgekoppelte Neuschöpfung geben kann.
Die Übersetzungen der Bilder des Romantikers Johan Christian Dahl, des Rokoko-Malers Jean-Honoré Fragonard und Henri Matisse sind die ersten Bilder einer neuen Werkphase, die erstmals in Gießen zu sehen sein werden.

 

Edition

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o.T. (nach Spitzwegs „Schmetterlingsfänger“)

Mischtechnik auf Leinwand, 25 x 31 cm, 2016
Auflage 10 + 2 AP (Unikate)
– ausverkauft –

Sonja Yakovleva

„nature is always beautiful“
03.09. - 22.10.2016

Eröffnung: 03.09.2016, 18 Uhr
Einführung: Till Korfhage

 

Künstlergespräch: 22.10.2016, 16 Uhr



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Schichten, 2014
übereinander geschichtete Papierschnitte, 240 x 300 cm

 

Sonja Yakovleva (*1989/Potsdam) studierte an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Im Spannungsfeld zwischen Kunstgewerbe, Design und Kunst stellt sie Scherenschnitte her, deren Motive häufig durch die Frage nach der gesellschaftlichen Rolle der Frau geprägt sind. Für die Arbeit im Neuen Kunstverein Gießen collagiert sie davon ausgehend mit der von L. C. Tiffany entwickelten Technik der Glaskunst. Innerhalb dieser Ästhetik bildet sie im Kontrast zu Tiffanys idealisierter Naturdarstellungen eine Natur ab, welche vom den bekannten Naturmotiven abweicht und die den Natursujets zugesprochenen Rollen hinterfragt.

 

Pressebild

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Edition

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„10 Unikate (Gießen)“

Beton, Nylon, Lack
€ 200,– zzgl. € 20,– Versand

Cony Theis

c.t.
18.06. - 30.07.2016

Eröffnung: 18.06.2016, 18 Uhr
Einführung: Andreas Walther

 

Künstlergespräch: 30.07.2016, 16 Uhr


Zur Ausstellung erscheint eine Edition.

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Die in Köln lebende Künstlerin Cony Theis (*1958) setzt sich mit einer gewissen Exzessivität mit Fragen des Porträts auseinander. Zugrunde liegt ihren Arbeiten dabei ein erweitertes Verständnis des Sujets; so verbindet die Künstlerin Aspekte des Selbst, des Intimen und Öffentlichen, der Verwandtschaften und Wahlverwandtschaften. Fiktion und Realität des Porträts kreisen um das Geheimnis zwischen An- und Abwesenheit. 
Im Neuen Kunstverein Gießen zeigt Cony Theis eine Serie von Fotografien, mit denen die Künstlerin die flüchtige Existenz von Aquarellen auf der eigenen Haut als Trägermaterial fixiert.

www.conytheis.de

Pressebild

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Edition

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„Badende (nach Pierre Bonnard)“

Fotografie, ungerahmt, 20 x 30 cm
Auflage 10 + 3
220 € ohne Rahmen, zzgl. 10 € Versand

Jens Lehmann

Was folgt aus der Zweidimensionalität der Welt?
15.04. - 28.05.2016

Eröffnung: 15.04.2016, 18 Uhr
Einführung: Franziska Leuthäußer

 

Künstlergespräch: 28.05.2016, 16 Uhr


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Pressebild

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Peter Kurzeck

»Zuerst eine Farbe, ein Bild, dann die Wörter dafür«
Drei Ausstellungen für Peter Kurzeck in Gießen:

Peter Kurzeck: Erzähler. Maler

www.kurzeck-maler.de

 

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Eine Kooperation der Institute für Kunstgeschichte und für Germanistik der JLU Gießen mit der Universitätsbibliothek Gießen und dem Neuen Kunstverein Gießen

Der 1943 in Tachau (Böhmen) geborene, 2013 in Frankfurt am Main verstorbene Schriftsteller Peter Kurzeck gehört zu den bedeutendsten Erzählern der jüngeren deutschen Literaturgeschichte, der in den letzten Jahren zunehmend Beachtung auch beim breiten Publikum findet. Sein Hörbuch ‚Ein Sommer‘, der bleibt etwa wurde als Hörbuch des Jahres 2008 ausgezeichnet und gilt heute schon als ein epochemachendes Werk. Mit dem auf zwölf Bände konzipierten, zu seinen Lebzeiten bis zum fünften Band gediehenen Romanzyklus ‚Das alte Jahrhundert‘ gehört er zu den wichtigsten Chronisten seiner Zeit. 2002 hatte Peter Kurzeck eine Poetikdozentur an der Justus Liebig Universität Gießen inne.
In seinem ersten, 1979 erschienenen Roman ‚Der Nußbaum gegenüber vom Laden in dem du dein Brot kaufst‘ schreibt Peter Kurzeck in zwei längeren, offensichtlich stark autobiographisch gefärbten Passagen zum einen von einer Ausstellung, die kurz vor seinem Abgang von der Schule – dem Herdergymnasium in Gießen – stattgefunden haben soll, und zum anderen von einer bildnerischen Produktion und von Bilderverkäufen, die ins Jahr 1959 datiert werden können

Gegen Ende des letzten zu seinen Lebzeiten erschienenen Romans, ‚Vorabend‘ (2011), heißt es dann: „Also damals, sagte ich. 1965. Erst noch mir immer wieder gesagt: Vorerst nur! Nur vorübergehend! Sobald du mit dem Schreiben ein bißchen weiter bist und vielleicht auch ein bißchen mehr Zeit wieder hast (aber wo kriegt man sie her, die Zeit?), dann jedenfalls malst du auch wieder! Unbedingt! Mehr als vorher sogar! Bald! Also wirklich bald! Und seither nie mehr! Nie wieder seither!“ (S. 873).

Dieses mit Ausnahme von einigen wenigen Arbeiten bisher völlig unbekannte bildnerische Werk Peter Kurzecks wird ab Ende Januar 2016 in drei aufeinander bezogenen und miteinander verzahnten Ausstellungen präsentiert.


»Schreiben ja sowieso, aber außerdem jeden Tag malen«
Peter Kurzeck – das bildnerische Werk

29.01. - 03.04.2016

Eröffnung: 29.01.2016, 19 Uhr
Ort: Städtischer Ausstellungsraum ‚Kultur im Zentrum‘ (KiZ)

Thema der Ausstellung im KiZ ist das bildnerische Werk von Peter Kurzeck. Gezeigt wird eine Auswahl von rund hundert Werken.

»Wie wenn du träumst, dass du träumst, das soll auch Gießen sein«
Gießenbilder von Peter Kurzeck und Christina Zück

29.01. - 03.04.2016

Eröffnung: 29.01.2016, 17 Uhr
Ort: Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek

Gezeigt werden Blätter von Peter Kurzeck mit Gießen-Motiven. Flankierend dazu dokumentarisches Material (historische Fotos, Pläne). Als ‚Begleitstimme‘ aktuelle Aufnahmen von Christina Zück aus dem heutigen Gießen.


Christina Zück – „Muß doch immer weiter“

30.01. - 03.04.2016

Eröffnung: 30.01.2016, 18 Uhr
Ort: Neuer Kunstverein Gießen

 

 

Christina Zück

„Muß doch immer weiter“
30.01. - 03.04.2016

Eröffnung: 30.01.2016, 18 Uhr

Künstlergespräch, Spaziergang zur Universitätsbibliothek und Fortsetzung des Gesprächs:
02.04.2016, 16 Uhr


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Christina Zück, geboren 1969 in Gießen, aufgewachsen in Odenhausen, lebt in Berlin. Sie fotografierte immer wieder intensiv in der Gegend um Staufenberg – in letzter Zeit auch angeregt durch Peter Kurzecks Hörbuch „Ein Sommer, der bleibt“ und durch die Lektüre seiner Romane. Fotografieren war immer ein Weg, aus einer distanzierten Perspektive auf die Gegend zu blicken, hinaus- und weiterzugehen; gezeigt wird eine Auswahl von Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten.
Der Ausstellungsraum des Neuen Kunstvereins Gießen, ein ehemaliger Kiosk an der Ecke Licher Straße/Nahrungsberg, ist ein ‚Kurzeck-Ort‘: „Der alte Friedhof am Nahrungsberg. Sogar an der Friedhofsmauer gibt es eine Schnapsbude mit öffentlichem Pissoir und Windschutz und Vordach. Doch nicht nur als Kantine für die Geister und Totengräber vom Dienst? Aber hier ist er nun auch nicht, der Lilo ihr Vater an diesem heutigen Abend." (Peter Kurzeck, Keiner stirbt, Kapitel 26)

http://www.czueck.de

 

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Edition

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„ohne Titel 2014“

(Blick von Odenhausen nach Staufenberg mit Wolke über der Lahn)
Inkjet Print auf Hahnemühle Papier, 20 x 30 cm
Auflage 30
130 € inkl. Rahmen, zzgl. Versand

Lätitia Norkeit

Gefüge
24.10.2015 - 01.02.2016

Eröffnung: 24.10.2015, 18 Uhr

Künstlergespräch: 05.12.2015, 16 Uhr


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Lätitia Norkeit (* 1972 in Herborn, lebt in Berlin) arbeitet mit so unterschiedlichen Medien wie Zeichnung, Text, Fotografie und Installation. Ein zentrales Thema ihrer Arbeiten ist die Einrichtung und räumliche Organisation von Innen- und Außenräumen.
Elemente wie Wege, Teppiche, Steine und Schränke werden aus ihrem Kontext isoliert und zu einem „Landschaftsbild“ neu zusammengesetzt. Für die Ausstellung im Kunstverein entsteht eine serielle Wandinstallation aus Zeichnungen und Texten zu Modulen der Organisation, die sich zu einem „Gefüge“ verdichten.

http://www.laetitia-norkeit.de

 

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Publikation

Lätitia Norkeit:
Gefüge

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Katalog in der Ausstellung 15,– €

An den Rändern der Zeichnung

Der Neue Kunstverein Gießen zu Gast im KiZ (Kultur im Zentrum)
12.09. - 07.11.2015

Eröffnung: 12.09.2015, 18 Uhr

Öffnungszeiten: Di – So von 10 – 18 Uhr
KiZ, Südanlage 3a, 35390 Gießen
Eingang auch über Japanischen Garten / Löberstr.

Künstlergespräche am 17.10.2015 ab 18 Uhr,
um 20 Uhr Elektrokonzert »wavlandnoborderpatrol«
von ›monorain‹ (Martin Bott und Dirk Krecker)
und ›extravagant bar‹ (Jörg Wagner)


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Lucie Beppler, Nicolaj Dudek, Henrik Eiben, Barbara Eichhorn, Ingke Günther, Dirk Krecker, Arnika Müll, Paula Müller, Johannes Spehr, Oliver Tüchsen, Thomas Vinson, Jorinde Voigt

 

Nimmt man die bildnerische Sprachenvielfalt im Bereich des Grafischen in den Blick, öffnet sich der schmale Grat der Linie in vielfältige zeichnerische Haltungen und Konzepte, Dimensionen und Raumbezüge, Techniken und Materialien.
Mit dieser Gruppenausstellung lotet der Kunstverein die Möglichkeiten zeitgenössischer Zeichnung aus, indem er das Medium eher von den Rändern her befragt.
Eingeladen sind Künstlerinnen und Künstler, die bereits mit dem Kunstverein verbunden sind und grafisch arbeiten. Sie zeigen aktuelle Arbeiten, die zum Teil speziell für die Ausstellungsräume der ehemaligen Stadtbibliothek in der Kongresshalle entstehen.

 

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Fotos: Erhard Waschke

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Henrik Eiben

double trouble
05.09. - 17.10.2015

Eröffnung: 05.09.2015, 18 Uhr

Künstlergespräch: 17.10.2015, 16 Uhr


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„Farben haben mich schon immer interessiert, zur Malerei hatte ich seit Anbeginn eine große Affinität. Aber mittlerweile gibt es mehr und mehr den Bezug zur Skulptur. Dadurch, dass mehr dreidimensionale Arbeiten entstehen, die allerdings eher aus einer zweidimensionalen Ideenwelt von mir entstammen als aus einer skulpturalen Tradition. […] Der Schritt in den Raum ist eine logische Entwicklung gewesen, eine Frage der Zeit, weil die Malerei so wie ich sie mache, schon immer einen starken, skulpturalen Charakter hatte.“
Henrik Eiben (* 1975 in Tokio, lebt in Hamburg) im Gespräch mit Nanna Preußners (2007).

www.henrikeiben.de

 

 

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Edition

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„Triple Double“

Stoff, Leder, Lack, Styrodur, Holz
32 × 52 × 12 cm | 2015
Edition für Gießen, Auflage: 5
1.500 € zzgl. Versand
– Ausverkauft –

Sommerausgabe IV

 
31.07. - 29.08.2015

Eröffnung: 31.07.2015, 19 Uhr

Künstlergespräch: 29.08.2015, 16 Uhr


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Fred Besier + Dennis Siering
THIS IS GOING TO BE BIGGER THAN WE EVER EXPECTED

Timo Lenzen
FROM HARD-HITTING JOURNALISM TO CUTE ANIMAL PICTURES – WE HAVE IT ALL

Timo Lenzen (* 1988, lebt in Frankfurt a. M.) arbeitet als Grafikdesigner sowohl angewandt als auch frei und beschäftigt sich mit der Ausformung verschiedenster Medien und Möglichkeiten, die ihm das Grafikdesign bietet. Surreal und minimal schmückt er seine Bilder aus und lässt Welten entstehen, die Geschichten erzählen.
Die Themen und Schwerpunkte von Fred Besier und Dennis Siering (beide HfG Offenbach) entwickeln sich aus der Erforschung aufgeladener gesellschaftlicher Räume ebenso wie aus den dort vorhandenen Materialien. Deren eher flüchtige Ästhetik wird zu einer Form von bildhauerisch-installativer Arbeit modifiziert.

www.timolenzen.com/

 

Oliver Boberg

Nebenan
30.05. - 11.07.2015

Eröffnung: 30.05.2015, 18 Uhr

Einführung: Markus Lepper

Künstlergespräch: 11.07.2015, 16 Uhr


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Oliver Boberg (* 1965, lebt in Nürnberg) rekonstruiert die Wirklichkeit aus Modellen und konstruiert eine Welt, die er dann fotografieren lässt. In der Regel wählt der Künstler als Motive unwirtliche Orte, Plätze und Bauten, die dennoch vertraut anmuten: Unterführungen, Parkdecks oder Lärmschutzwälle an Autobahnen. In diese Reihe gliedert sich auch der Kunstverein mit seinem urbanen Sonderort ein. Boberg wird dort eine ortsspezifische Installation vornehmen und das Verhältnis von Sein und Schein erneut ausloten.

www.oliver-boberg.com

 

 

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Edition

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„Wand 13 (Licht)“

50 x 40 cm (Blattmaß), 27 cm x 21,2 cm (Abbildung), Lambda Print auf Papier
Auflage: 30
200 € ohne Rahmen, 300 € mit Rahmen zzgl. Versand

Law’s Pluralities

 
06.05. - 23.05.2015

Eröffnung: 06.05.2015, 20 Uhr

Einführung: Raul Gschrey


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Im Rahmen der Ausstellung zur interdisziplinären Konferenz „Law’s Pluralities“ an der Justus-Liebig-Universität zeigen Il-Jin Atem Choi (Frankfurt a. M.), Raul Gschrey (Frankfurt a. M.), Manu Luksch (London/GB) und Mi You (Köln) zeitgenössische künstlerische Arbeiten, die sich mit der Pluralität des Gesetzes und den sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen auseinandersetzen. Die Visualisierungen, Interventionen und Subversionen thematisieren Gesetzesschreibung, die Aushandlung von Regeln im öffentlichen Raum sowie deren Überwachung.

https://lawspluralities.wordpress.com/

 

Tamara Lorenz

sachliche und eigentliche tatsachen
31.01. - 14.03.2015

Eröffnung: 31.01.2015, 18 Uhr

Künstlergespräch:14.03.2015, 16 Uhr


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„Nicht als Bildhauerin entwickelt Tamara Lorenz (*1975, lebt in Köln) ihre minimalistische Installationen, sondern als Fotografin, als 'Operateur' vor und hinter der Kamera. Wenn subtile Gesten und grafische Spuren der Künstlerin in Wechselwirkung mit der jeweiligen Raumstruktur treten, wenn sich (Licht-)Schatten und Spiegelungen, Raum und Fläche optisch verschränken, entstehen neue Realitäten.
Sympathisierend bedient sich Tamara Lorenz zweier Sprachen – jener der Logik und jener des Pathos; nicht jedoch, ohne die Extreme mit einer Mischung aus Leichtigkeit, Witz und Ironie zu unterlaufen und sich selbst irgendwo dazwischen, vielleicht im Hier und Jetzt, zwischen Wahrheit und Wirklichkeit, anzusiedeln, um so schließlich die Schönheit der alltäglichen Unvollkommenheit zu ehren.“ (Text: Jari Ortwig).
Für den Kunstverein wird Tamara Lorenz eine ortsspezifische Arbeit entwickeln.

www.tamaralorenz.de

 

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Edition

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„Multiple für Gießen“

20 x 30 cm, Handzeichnung auf zwei Blättern
Auflage: 15
145 € paarweise (ohne Rahmen) zzgl. Versand

Christine Reifenberger

nocturne
21.03. – 02.05.2015

Eröffnung: 21.03.2015, 18 Uhr


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Christine Reifenberger (*1964, lebt in Köln) entwickelt in ihrer Malerei amorphe, vegetabile Gebilde. Neben ihren zweidimensionalen Arbeiten auf Papier und Leinwand, nutzt die Malerin das Papier, um Farbflächen in den Raum zu wenden. Im Malprozess dreht, wölbt und faltet sie das Papier. So wird Geste, Licht, Raum und Materialität zum Thema der Malerei. Die Experimente führen sie in die Welt des Barocks, der Arabeske und der Musik.
So entstehen eigentümlich schwebenden, flirrenden, rotierenden, tanzenden und sich auflösenden Formen. In diesem Spiel aus Bewegung und Erstarrung, Leichtigkeit und Gewicht durchforscht Christine Reifenberger auf spannende und überraschende Weise den Raum zwischen Malerei und Objekt.
Für den Neuen Kunstverein Gießen wird Christine Reifenberger eine neue Arbeit entwickeln.

Gleichzeitig zur Ausstellung in Gießen zeigt Christine Reifenberger Arbeiten im Kunstturm Mücke. Diese eröffnet am Sonntag den 22.03.2015 um 14 Uhr.

Zur Ausstellungsreihe in Gießen, Brüssel, Schlangeneck, Frankfurt und Düsseldorf 2015/16 erscheint ein Katalog im Strzeleckibooks Verlag, Köln

www.christine-reifenberger.de

 


Edition

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„Cherb II“

29,6 x 21 cm,Pigmentdruck auf Papier

15er-Auflage, 2015

Preis ohne Rahmen € 160, mit Alurahmen und Passpartout € 220 zzgl. Versand.

Jáchym Fleig

Deckenrelief
23.01.–12.03.2010 | Eröffnung: 23.01.2010 | 18 Uhr
Künstlergespräch: 07.03.2010, 15 Uhr

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Jáchym Fleig ist ein Bildhauer, der reagiert. Wuchernd antwortet er auf architektonische oder räumliche Situationen, stets fügt er zu Vorhandenem etwas dazu. Seine biomorphen Gebilde besetzen vorgefundene bauliche Substanz und nutzen sie – pilzartigen Schmarotzern gleich – als Träger oder Wirt. Die Symbiose aus invasiver Skulptur, die sich auf architektonischem Bestand niederlässt, an ihn anflanscht, ihn befällt, aus ihm herauswächst oder dort ausblüht, führt zu Irritationen. Das Erscheinungsbild und der Charakter  von Gebäuden oder Räumen werden – ebenso wie die künstlerische Autonomie des sich ausbreitenden Besetzers –  hinterfragt. Für seine skulpturalen Eingriffe nutzt der Künstler profane Baumaterialien, aus denen er organische Formen und Flächen zurückgenommener Farbigkeit generiert.

Im Ausstellungsraum des Gießener Kunstvereins ist die Decke von Fleigs „parasitärem Kunstbefall“ (Tarek Stachelhaus) betroffen. Dieser blüht als abstrakte Struktur – als merkwürdiger Bewuchs changierend zwischen schmückendem Stuckornament und schimmeligem Flor – bis in den Außenraum aus. „Ich mache abstrakte Konstrukte“, sagt Jáchym Fleig, der mit jeder plastischen Antwort auf gegebene Realitäten immer wieder auf der Suche nach der richtigen ortsspezifischen Form ist. In Gießen nimmt er neben dem konkret räumlichen auch Bezug auf den historischen Kontext der ehemaligen Kiosk-Toilettenanlage aus den 1930er Jahren. Hier scheint ein Teil unheilvoller Geschichte wieder wie Nässe durchzuschlagen. Einem Kontrastmittel gleich zeigt das Deckenrelief quasi in der zweiten Schicht zeichenhafte Spuren, die mit einem Blick zum gegenüberliegenden „Greifen-Denkmal“ wie ein Schattenriss lesbar werden.

Ingke Günther

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Armin Hartenstein

Mes Amis de Emmanuel Bove
17.04. – 05.06.2010 | Eröffnung: 17.04. | 18 Uhr

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Für seine Installation im Neuen Kunstverein Gießen verwendet Armin Hartenstein (*1968, lebt in Düsseldorf) kleine Bildobjekte aus der Serie „Mes Amis de Emmanuel Bove“. Nicht nur die kleinen Tafeln, sondern auch die subtil veränderte Farbigkeit des Ausstellungsraumes begünstigen einen konzentrierten Blick in die scheinbare Tiefe der Miniaturen. Fundstücke unterschiedlichster Herkunft wurden montiert und mit verschiedenen Malmitteln bearbeitet. So entstanden zerklüftete Gebirgsketten und abgründige Landschaftsutopien, die sich trotz ihrer Kleinheit auf den ganzen Raum beziehen und die Frage nach der „Wirklichkeit des Bildes“ formulieren, indem sie sich als Teil der Realität behaupten.

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Edition

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"Ähnliche Insel IV"

Ölfarbe auf Pergamin auf Flugzeugsperrhplz aufkaschiert, das Pergamin ist rückseitig vor dem Verkleben tintenstrahlbedruckt.
In einen entomologischen Objektkasten (Erle, gebeizt und gewachs, Floatglast) auf Museumskarton montiert 30 x 40 x 6 cm. 2010
Auflage: 10 + 2 EA

200,- €, zzgl. Versand

Publikation

Armin Hartenstein:
"Mes Amis De Emmanuel Bove 2006–2016"

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2017
20 x 24 cm, 52 S., Auflage 300
Preis: 20,– € zzgl. Versand

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Kosmos Kiosk

12.06.–21.08.2010 | Eröffnung: 12.06.2010 | 18 Uhr

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Samstag, 12. Juni | 18.00 Uhr
Eröffnung & Performances
Ich verkaufe lieber, als dass ich arbeite
Fredie Beckmans, Performance
News from home
Wiebke Grösch/Frank Metzger, Performance

Sonntag, 13. Juni | 10.30 Uhr
Spaziergang mit Frühschoppen zum Kioski/Kioske
von Hannah Borisch
Treffpunkt: 10.30 Uhr am Kunstverein

Freitag, 9. Juli | 18.00 Uhr
Ein orientalischer Abend Andrea Knobloch und Silke Riechert
News from home Wiebke Grösch/Frank Metzger, Performance

Samstag, 24. Juli | 18.00 Uhr
Der chinesische Kiosk Harri Schemm, Performance
und Kioskgeselligkeit mit Huppendorfer Bier

Samstag, 21. August | 16.00 Uhr
Eine geführte Fahrradtour durch die Gießener Kiosklandschaft &
AusKLANG mit Kioskmusik

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Fredie Beckmans Amsterdam Karin Bergdoldt Nürnberg Hannah Borisch Gießen Simon & Tom Bloor London / Birmingham Daniel Bräg München Michael Dörner Halstenbek Herr Fleischer e.V. Halle/
Saale Oliver Gather / Anne Mommertz Düsseldorf Wiebke Grösch / Frank Metzger Offenbach Ingke Günther Gießen Gabriele Horndasch Düsseldorf Joung-en Huh Düsseldorf San Keller Zürich Andrea Knobloch Düsseldorf Katrin Korfmann Amsterdam Karoline Leitermann Halle/Saale Marko Lehanka Nürnberg Monika Linhard Frankfurt/M. Tine Luhn Hamburg Tilmann Meyer-Faje Amsterdam Adam Page und Eva Hertzsch Berlin Projekt Kioskisierung Berlin Katja v. Puttkamer Ingelheim Silke Riechert Berlin Inge Roseboom / Mark Weemen Amsterdam Judith Samen Düsseldorf Harri Schemm Nürnberg Nada Sebestyén Berlin Martin Starl Frankfurt/M. Thomas Rentmeister Berlin Felix Ruffert + KKKiosk Weimar Wolf D. Schreiber Gießen Ina Weber Berlin Julia Wenz Stuttgart Jörg Wagner Gießen Medienprojekt Wuppertal e.V. Wuppertal

Gefördert durch das Kulturamt der Universitätsstadt Gießen,
die Gießener Kulturstiftung und Best Western Hotel Steinsgarten

In Zusammenarbeit mit dem 1. KCMO 06 – www.kcmo.de
Kioski/Kioske in Kooperation mit der Theatermaschine 2010
www.theatermaschine2010.de

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Paula Müller

Wir wollen warten
18.09. – 30.10.2010 | Eröffnung: 18.09. | 18 Uhr
Künstlergespräch: 19. September 2010, 15 Uhr

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Paula Müller (*1977, lebt in Genf) zeichnet und malt. Neben den eher kleinformatigen Papierarbeiten umfasst ihr Werk auch ortsbezogene Wandarbeiten, in die sie ihre gerahmte Bilderwelt einarbeitet und zu Installationen verdichtet. Das Bezugsfeld ihrer auf die Bildfläche gebrachten Inhalte ist dabei äußerst facettenreich und gespickt mit Zitaten aus so heterogenen Quellen wie zeitgenössischen Comics, kunsthistorischen Vorlagen oder dem eigenen Œuvre. Erfundenes steht neben Gefundenem, aufwändig Ausgearbeitetes gleichberechtigt neben dem schnellen, skizzenhaften Wurf. Mit Witz und Ironie erzählt Paula Müller keine fertigen Geschichten, sondern gestaltet vielfältig deutbare bildliche Anspielungen.
Für Gießen wird sie eine ortsbezogene Arbeit umsetzen.

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IRIS. DIE ERFINDUNG DER FARBEN VON 1600 BIS HEUTE

20.11.2010 – 06.02.2011 | Eröffnung: 19.11. | 19 Uhr

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Abbildung: Andreas Slominski: »Wiener Schwarz«, 1993

GOETHES ›FARBENLEHRE‹ (1810)
UND DIE LEHREN VON DEN FARBEN UND VOM FÄRBEN

STADT- UND INDUSTRIEMUSEUM WETZLAR
Eröffnung: 18.11.2010
Dauer der Ausstellung: 19.11.2010 – 06.03.2011

FARBFORSCHUNG EXEMPLARISCH: SIEGFRIED RÖSCH
UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK GIESSEN
Eröffnung: 19.11.2010
Dauer der Ausstellung: 20.11.2010 – 06.02.2011

FARBE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
NEUER KUNSTVEREIN GIESSEN
(zu Gast im KiZ: ehemalige Stadtbibliothek in der Kongresshalle, Lonystraße 2 und Kiosk, Licherstraße/Ecke Nahrungsberg)
Eröffnung: 19.11.2010
Dauer der Ausstellung: 20.11.2010 – 06.02.2011

 

Wenn in weiten Teilen der Ausstellung im Kunst- und Industriemuseum Wetzlar das Bestreben sichtbar wird, das Phänomen Farbe in Systeme und Ordnungen zu bringen, und wenn die Ausstellung in der Universitätsbibliothek Gießen einem prominenten Vertreter der wissenschaftlichen Farbforschung und der Farbmetrik gewidmet ist, dann zeigen all diese Versuche in ihrer faszinierenden (jedoch den Laien schnell überfordernden) Vielfalt vor allem eines: dass es die eine gültige Farbordnung nicht gibt, dass jede von ihnen vielmehr nur eine beschränkte Reichweite hat – und dass Farbe, trotz aller Bemühungen, sie zu fassen, sich immer wieder jedem Versuch der Kategorisierung, der Normierung und der Kodifizierung entzieht. Immer wieder "stehen wir", wenn es um Farben geht, "da, wie der Ochs vor der neu gestrichenen Stalltür" (Ludwig Wittgenstein, 'Bemerkungen über die Farben').

Dies und die auch schon von Goethe konstatierte "Abneigung gebildeter Menschen" vor Farben ("Naturmenschen, rohe Völker, Kinder […] haben eine Neigung zum Bunten"; auch sah er die Tatsache, dass "bei Affen gewisse nackte Teile bunt, mit Elementarfarben, erscheinen", als Zeichen der "Entfernung solcher Geschöpfe von der Vollkommenheit") hat in vielen Bereichen der 'Weißen Moderne' zu der vom englischen Künstler David Batchelor so genannten "Chromophobie", zur "Angst vor der Farbe", geführt.

Demgegenüber will die Ausstellung des Neuen Kunstvereins Gießen, die Teil der Trilogie und zugleich Gegenentwurf zu den beiden anderen Ausstellungen ist, eine Vorstellung vermitteln von der Lust an der Farbe und an den Farben in der zeitgenössischen Kunst – von ihrer oft unorthodoxen Verwendung in Malerei, Skulptur, Fotografie und Video. Denn immer wieder sind es Künstlerinnen und Künstler, die eine Farbforschung eigenen Rechts 'diesseits' der naturwissenschaftlich begründeten Farbforschung betreiben und uns damit das Staunen lehren. Damit liefern sie, eine zentrale Kategorie Goethes – das "Schauen" und die "Anschauung" – in ihr Recht setzend, immer neue Beweise für seine Überzeugung: "Die Malerei ist für das Auge wahrer, als das Wirkliche selbst. Sie stellt auf, was der Mensch sehen möchte und sollte, nicht was er gewöhnlich sieht".

In der Ausstellung vertretene Künstlerinnen und Künstler:

Josef Albers / John Baldessari / Antonio Calderara / A K Dolven / Gary Hill / Horst Keining / Imi Knoebel / Daniel Lergon / Jonathan Monk / Bruce Nauman / Vero Pfeiffer / Jörg Sasse / Adrian Schiess / Leopold Schropp / Andreas Slominski / Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger / Günter Umberg / Thomas Vinson / Jorinde Voigt / Herbert Warmuth / Birgit Werres / Markus Wirthmann

Download Einladungskarten (PDF, 450 KB)

Download Rahmenprogramm (PDF, 500 KB)

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Ausstellungsansicht KiZ 1

 

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Ausstellungsansicht KiZ 2

 

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Ausstellungsansicht Kiosk

 

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Andreas Slominski: »Wiener Schwarz«, 1993

 

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Imi Knoebel, »Ort, Rot, Blau, Blau, Gelb«, 2009

Publikation

Die Farben wollen wir nicht den Blumen überlassen, Farbforschung exemplarisch: Siegfried Rösch / Farbe in der zeitgenössischen Kunst

hrsg. von Marcel Baumgartner, Markus Lepper und Peter Reuter (Berichte und Arbeiten aus der Universitätsbibliothek und dem Universitätsarchiv Gießen 60), Gießen 2011

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88 Seiten, Softcover
62 Abb. (davon 38 Installationsaufnahmen von den Ausstellungen)
dt.

€15,– zzgl. Versand

Externer Link

Caroline Krause

Neonschein
26.03. – 14.05.2011 | Eröffnung: 26.03. | 19.30 Uhr

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Caroline Krause, ohne Titel (Turm), 2009

Das Werk von Caroline Krause (*1967, lebt in Frankfurt/Main) streift unterschiedliche künstlerische Techniken – von Zeichnung und Malerei über Installation, Fotografie und Lyrik – und nimmt sich in vielerlei Gestalt doch immer wieder einer Frage an: Was ist die Wirklichkeit? Wer generiert sie und woraus ist sie gemacht? Für den Neuen Kunstverein Gießen wird sie eine raumbezogene Malerei realisieren, die sich auch auf den Außenraum bezieht.

Ein Katalog ist im Salon Verlag erschienen.

Pressebild

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Edition

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Ohne Titel

Fotografie, 30 x 40 cm, 2011

Auflage: 8 + 2 AP

200,- € inklusive Rahmen, zzgl. Versand

Publikation

Caroline Krause:

(die quelle der informanten/the source of the informant)

 

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Textbeiträge von: Claudia Scholtz, Meike Behm, Markus Lepper
96 S. mit 41 farbigen und 9 s/w Abbildungen,
Broschur mit farbigem Schutzumschlag, Format: 22 x 16 cm
dt., engl.

€18,– zzgl. Versand

Gießener Ring

Gruppenausstellung mit: Barbara Eichhorn, Justus Köhncke, Arnika Müll, Jan Schüler, Saskia Schüler, Nada Sebestyén, Christina Zück
04.06. – 13.08.2011 | Eröffnung: 04.06. | 18 Uhr

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>>> Das Programm "Gießener Ring" hier als Download (PDF | 1.400 KB)


In diesem Sommer sind zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler zu Gast im Neuen Kunstverein Gießen, die in dieser Stadt geboren wurden oder einen wichtigen Lebensabschnitt hier verbracht haben, inzwischen aber längst abgewandert sind. Sonst überregional in der Kunstwelt unterwegs, werden sie nun zu einer Gruppenausstellung zurück in die Überschaubarkeit ihrer alten "Gießener Heimat" eingeladen. Das kleine Gehäuse des Kunstvereins wird somit über den Sommer zu einer Art Zeitkapsel und versammelt künstlerische Positionen jener Gießenerinnen und Gießener, die längs keine mehr sind, und gibt dem hiesigen Publikum Einblicke in deren Arbeitsweisen.
Mit unterschiedlichen Medien werden sie auf die Räumlichkeiten des Kunstvereins reagieren und künstlerisch Bezug zu ihrer ehemaligen "Heimat" nehmen. So werden großformatige Malerei, bezeichnete Fensterflächen, raumbezogene Zeichnungen sowie skulpturale und fotografische Setzungen miteinander in einen dichten Dialog treten.

Die Ausstellung »Gießener Ring« des Neuen Kunstvereins Gießen ist eingebunden in das gleichnamige Projekt einer Kooperation von Stadtmarketing, Kulturamt, Kümmerei, freier DJ-Szene, dem Literarischem Zentrum und Jokus.

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"Transgression"

C-Print auf Barytpapier, 29,7 x 21,0 cm, 2011
Auflage 10 Stück
Rückseitig signiert und nummeriert vom Künstler

250,– € zzgl. Versand

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Nicolaj Dudek

Neuronales Gewitter
17.09.–12.11.2011 | Eröffnung: 17.09. | 18 Uhr

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Im Zentrum der künstlerischen Arbeit von Nicolaj Dudek (*1964, lebt in Frankfurt/Main) steht die Zeichnung. Er nutzt sie als variables Medium, das nicht an das Papier gebunden ist und sich bis hin zur raumgreifenden Installationen erweitert. Dabei nutzt er häufig eine zeichnerische Sprache, die sich alltäglicher Materialien bedient – so zeichnet er u.a. mit Heftklammern, Kaugummi, aufgeblasenem Graphitstaub oder Glasscherben. Thematisch umkreist sein beobachtendes Zeichnen den Menschen in seiner physiologischen und psychologischen Lebenswelt sowie die Absurdität seiner Existenz.

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Edition

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"Transgression"

C-Print auf Barytpapier, 29,7 x 21,0 cm, 2011
Auflage 10 Stück
Rückseitig signiert und nummeriert vom Künstler

250,– € zzgl. Versand

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Andreas Schmid

03.12.2011–28.01.2012 | Eröffnung: 03.12. | 18 Uhr
Künstlergespräch: 28.01.2012, 16 Uhr

 

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Andreas Schmids (*1955, lebt in Berlin) künstlerisches Arbeiten gestaltet sich zumeist situativ und temporär. Er behandelt existierende Räume als »transitive Orte, als Orte des Übergangs zwischen Außen- und Innenwahrnehmung« (Renate Wiehager). Seine zeichnerischen Eingriffe sind oft linearer Natur, egal ob sie gezeichnet, gemalt, gefräst, getaped oder mittels Licht-elementen skulptural formuliert werden. Sie sind die Ergebnisse der Auseinandersetzung des Künstlers mit den architektonischen Eigen-heiten der zu bearbeitenden Räume. So entstehen transparente, neue Räume mit einem selbstverständlichen Klang, der sich im Umhergehen entfaltet.

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Antonia Baehr

Lachen
04.02.–24.03.2012 | Eröffnung: 04.02. | 18 Uhr

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Foto © Julie Pagnier

Seit Jahren hat sich Antonia Baehr (*1970, lebt in Berlin) nachdrücklich dem Lachen verschrieben. Einer Versuchsanordnung gleich zeigt die Choreografin, Regisseurin und Performerin das Lachen losgelöst von seinen Kontexten und Auslösern. Sie spürt dem Phänomen selbst nach – untersucht seinen Klang, Rhythmus, seine Form, Mimik und Gestik. In Gießen wird Baehr ihre Lachpartituren als Bühnenstück aufführen und gleichzeitig die Räumlichkeiten des Kunstvereins mit einer Ausstellung bespielen, in der das Lachen nachklingen wird.

Einführung: Stefan Hölscher

 

03.02.2012 | 20 Uhr | Probebühne des ATW

 

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Probebühne des Instituts für angewandte Theaterwissenschaften Philosophikum II (Haus A) | Karl-Glöckner-Str. 21 | 35394 Gießen

Reservierte Karten liegen für Sie an der Abendkasse bis 19.30 Uhr bereit. Um 19.45 Uhr erlischt die Reservierung und die Karten gehen in den Verkauf an der Abendkasse.

Normalpreis: 12,– €
Studierende, Mitglieder und Ermäßigungsberechtigte: 6,– €

Ausverkauft!
Reservierte Karten bis 19.30 Uhr an der Abendkasse abholen.
Restkarten evtl. noch an der Abendkasse.

 

05.02.2012 Workshop mit Antonia Baehr | 14 Uhr

Institut ATW
(Für den Workshop stehen nur sehr begrenzte Plätze zur Verfügung!)

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Foto © Julie Pagnie

Gruppenausstellung Leipzig

Thomas Janitzky, Inga Kerber,
Jochen Plogsties, Anna Sartorius

TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ
(LOOK WHAT THEY‘VE DONE TO MY SONG, MA)

14.04.–26.05.2012 | Eröffnung: 14.04. | 18 Uhr

TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ

Nach den ersten beiden Stationen dieser Gruppenausstellung in Stuttgart und im Kunstverein Leipzig entsteht in Gießen der dritte Teil einer insgesamt vierteiligen Ausstellungsreihe von jungen künstlerischen Positionen aus Leipzig.
An allen Aufführungsorten verwandeln sich die Beiträge von ›TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ, TOURNÉ (LOOK WHAT THEY‘VE DONE TO MY SONG, MA)‹ und thematisieren so das Phänomen der Wiederholung als eine eigenständige künstlerische Sprache jenseits der negativ konnotierten Bedeutung. Wiederholung verstehen die vertretenen Künstlerinnen und Künstler nicht als Last des ermüdenden Repetierens, sondern vielmehr als Möglichkeit Neues zu erschaffen.

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PDF (550 KB)

Edition

Edition The Beatles

Thomas Janitzky & Jochen Plogsties:

The Beatles

Siebdruck-Edition, 21 x 29,7 cm, handkoloriert mit Tusche,

verso signiert und nummeriert von den Künstlern, 2012
Auflage 10+1

100,– € zzgl. Versand

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finger

Jede Biene ist ein Künstler
16.06.–28.07.2012 | Eröffnung: 16.06. | 18 Uhr

Spaziergang zu den Bienen
08.07. | 15 Uhr | Treffpunkt: Kunstverein

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»Wie gestaltet sich Gesellschaft?«, ist eine der Kernfragen der an Alltagskultur interessierten Frankfurter Künstlergruppe »finger« (Florian Haas *1961 / Andreas Wolf *1969). In diesem Zusammenhang hat das Duo das vielgestaltige Projekt der »Stadtimkerei« ins Leben gerufen, das bislang u.a. auf dem Dach des MMK in Frankfurt/M. und im Rahmen von RUHR.2010 umgesetzt wurde. Das zwischen tierwirtschaftlicher- und kultureller Arbeit verortete Projekt nutzt die Räume des NKV als künstlerisch gestalteten Informations- und Schauraum. Hier zeigen sich auch Verweise auf das in diesem Jahr mit Blick auf die kommende Landesgartenschau beginnende Gießener Bienen-Projekt der Gruppe.

Edition

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"WAXBOX"

5 Stifte aus Wachs von Bienenvölkern in der Gießener Nordstadt

10er Auflage, 2012

120,– € zzgl. Versand

Medienspiegel

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Laura J. Padgett

Standardeinstellung
08.09.–27.10.2012 | Eröffnung: 08.09. | 18 Uhr
Einführung: Ilkay Baliç, Istanbul

08. Okt. 2012, 19 Uhr, neun10räume, Moltestraße 11
Künstlergespräch mit Filmvorführung von
Morgan Fishers »Standard Gauge« (1984)

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Die Fotografin und Filmemacherin Laura J. Padgett (*1958, lebt in Frankfurt/M.) studierte zuerst Malerei und Film an Pratt Institute in Brooklyn, New York, danach Fotografie und Film an der Städelschule in Frankfurt am Main. Die Beziehung zwischen Bild und Text spielt in ihren Arbeiten eine prägnante Rolle. Ihr Œuvre befasst sich mit der Welt unserer Wahrnehmung und wie wir die uns umgebenden Dinge abtasten und lesen. Ihre Fotografien sind vielschichtige Beobachtungen unserer Alltagswelt. Es sind Werke, die zwischen Nüchternheit und Traum oszillieren. Für diese Ausstellung entwickelt sie Arbeiten, die den Raum schichten und falten.

Edition

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„Kleines Fenster“

Pigmentdruck rückseitig auf Plexiglas
Auflage 16+2

175.- € zzgl. Versand

Oliver Gather

CarSpamCardCollection
17.11.2012–13.01.2013 | Eröffnung: 17.11. | 18 Uhr

Am Sonntag, den 13. Januar 2013, findet eine Exkursion nach Marburg statt. Dort hat Oliver Gathers Projekt "Zettelkasten" kürzlich am Ort der ehemaligen Synagoge in Marburg eröffnet. Ein Künstlergespräch im Zugabteil wird sich mit den in Gießen und Marburg realisierten Arbeiten beschäftigen. Der Ausflug endet bei einer warmen Suppe am Neuen Kunstverein Gießen.
Treffpunkt am Gießener Bahnhof: 13. Januar 2013 um 14.15 Uhr.

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Seit seinem Bildhauerstudium an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Ulrich Rückriem und Tony Cragg, 1985-1992) steht für Oliver Gather (*1963, lebt in Düsseldorf) die Auseinandersetzung mit alltäglichen Lebensräumen und die Frage, wie wir diese nutzen, im Fokus. Dabei entwickelt sich seine Arbeit von der autonomen Skulptur zu prozessualen und kontextbezogenen Projekten, in denen dem Betrachter als Rezipienten oder Mitspieler eine wichtige Rolle zukommt. Bei der Beschäftigung mit Phänomenen des städtischen Raums ist Gather das Auslösen von kommunikativen Situationen zwischen den Nutzern dieser Räume ein zentrales Anliegen. Mit ungewohnten Fragestellungen und kleinen Verschiebungen der gewohnten Perspektiven ist er darum bemüht, andere Strategien der Aneignung von Raum anzubieten und somit einen neuen Blick auf das vermeintlich Vertraute herzustellen. Ein „Hauptanliegen ist dabei immer, in Referenz zu einer bildnerischen Sichtweise, eine ungewohnte räumliche Wahrnehmung für die alltägliche Umgebung zu schaffen“, so der Künstler.

In Gießen zeigt Gather eine bereits im vergangenen Jahr entstandene Arbeit, die jedoch wie gemacht ist für das im Urbanen verortete kleine Gehäuse des Kunstvereins. Mit der CarSpamCardCollection wendet er sich nicht einem spezifischen Ort zu, sondern vielmehr einer gewöhnlichen Handlung, die sich täglich - neben zahllosen anderen - im Stadtraum als gängige Praxis vollzieht. Im NKV tritt der Künstler als obsessiver Sammler auf, den das Interesse an den papiernen Hinterlassenschaften eines bestimmten Teils unserer Dienstleistungsgesellschaft den städtischen Raum durchstreifen ließ. Für die knapp 1000 Fundstücke im Visitenkartenformat, die allen Autofahrer bestens und auf eher enervierende Weise vertraut sind, findet er eine skulpturale Form, die die banale Sammlung wie etwas Wertvolles präsentiert. Die „urbane Schmetterlingssammlung“ offenbart sich dem  Betrachter erst, wenn er die zeitgenössische Wunderkammer des Kunstvereins betreten hat und über die zur Skulptur geschichteten Sammlungskästen beugt.

 (Text: Ingke Günther)

 

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Edition

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Die Car Spam Story.

Künstlerbuch plus ein Original-Aquarell, ca 20x30 cm
Auflage 15 + 5

280,- € zzgl. Versand

Publikation

Die Car Spam Story.

Bemerkungen von Autohändlern, Kartenverteilern und Kartengestaltern.

Neben dem Aufsammeln der Autohändlerkarten im Stadtraum hat sich Oliver Gather auf die Suche nach deren Urhebern gemacht. In den städtischen Parallelräumen der Autoexporthändler hat er sich Geschichte und Bewandtnis der Karten und des Autohandels erzählen lassen. Seine aquarellierten "Fälschungen" der Autohändlerkarten tragen nun Aussprüche von Händlern, Verteilern und Kartengestaltern.

Sammlung mit 12 doppelseitige Karten, ca. 5 x 9 cm
Digitaldruck nach Aquarellen
Auflage 30 + 10

45 €

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Martin Pfahler

Kottbusser Kiosk
16.02.–30.03.2013 | Eröffnung: 16.02. | 18 Uhr

Einführung: Andrea Knobloch (Künstlerin/Düsseldorf)
Künstlergespräch: 17. Februar 2013, 16 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag 23. & 30.03. von 14–17 Uhr u.n.V.


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Mit seinen Architekturskulpturen nimmt Martin Pfahler die gebaute Umwelt reflektierend und sezierend unter die Lupe. Seine Arbeiten, die als spezifische Rekonstruktionen urbaner Räume zu lesen sind, verlassen die Zweckgebundenheit der Baukunst und werfen grundsätzliche wie spezielle Fragen nach der Beschaffenheit und symbolischen Funktion der Architektur auf. Auch im Neuen Kunstverein stellt Pfahler die Fragen: „Was ist die Wesenhaftigkeit eines bestimmten Ortes?“ oder „Wie werden Räume von uns gelesen?“, und macht sie zur Grundlage seiner ortsspezifischen Arbeit.
Die solide gemauerte Behausung des Gießener Kunstvereins blickt bekanntermaßen auf eine prägnante Kiosk-Vergangenheit zurück. Martin Pfahler bespielt den kleinen Innenbereich des zum Kunstort umgewidmeten Raumes mit einer Installation, die sich auf die Architektur und ehemalige Funktion dieses Ortes bezieht. Hinter dem Titel Kottbusser Kiosk verbirgt sich die zitierende Auseinandersetzung mit einem zehnstöckigen Berliner Wohnblock aus den 70er-Jahren. Mit diesem, dem Neuen Kreuzberger Zentrum am Kottbusser Tor, ist eine denkwürdige Geschichte verfehlter Stadtplanung verbunden.
Pfahler greift ein Stück der Außenverkleidung des Appartementblocks in einer fragilen, verkleinerten Konstruktion auf. Er passt sie als raumgreifende Faltung, für die Oberfläche und Struktur gleichermaßen wichtig sind, in den Pavillon ein. Das rätselhafte Fassadenzitat eines existierenden Gebäudes erfüllt im Gießener Kunstverein durch die abgerundete Öffnung in der Wand, die als Durchreiche gelesen werden kann, die einfachste Voraussetzung für das mögliche Bild eines „Kiosk im Kiosk“.


Martin Pfahler
geboren 1957, lebt in Berlin. 1982-1988 Studium der Malerei an der UdK Berlin; Studienaufenthalte in Frankreich, Italien, London; seit 1989 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland; 2003-2006 Leitungsmitglied und Kurator der 2yk Galerie – Kunstfabrik am Flutgraben Berlin; seit 1996 Wettbewerbe und Projekte für Kunst im öffentlichen Raum (Berlin, München, Cottbus); 2003-2009 Lehraufträge in Berlin, Halle, Görlitz; 2010-2012 Gastprofessur am Institut für Kunstpädagogik an der JLU Gießen.

 

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Einführung: Andrea Knobloch (Künstlerin/Düsseldorf):

„Ich danke für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich, heute die Eröffnungsrede zur Ausstellung „Kottbusser Kiosk“ von Martin Pfahler halten zu dürfen. Mir wurde gleichzeitig aufgetragen, nicht „oberakademisch“ zu reden. Da habe ich mich natürlich gefragt, was das bedeutet und wie ich mich darauf einstellen kann.

Nicht „oberakademisch“ reden könnte heißen, keine komplizierten und gewundenen Sätze zu schmieden, auf lateinisch-stämmige Fremdworte zu verzichten, und sich nicht besserwisserisch und autoritär aufzuführen sondern überraschend und eröffnend zu sprechen. Nicht „oberakademisch“ könnte auch „nicht langweilig“ meinen, was hieße, keine selbstherrliche Rede zu halten, sich nicht als Wissende zu gebärden, die Unwissende an ihrem Kenntnisreichtum teilhaben lässt und nicht über sondern von etwas zu sprechen. Nicht „oberakademisch“ muss allerdings auch nicht bedeuten, sich vordergründig, populistisch und kumpelhaft auszudrücken.

Die Rede, mit der ich mich an Sie wende, zählt auf Ihre zuvorkommende Bereitschaft, mir zuzuhören. Meine Verantwortung als Rednerin, die öffentlich spricht, liegt darin, diese Bereitschaft respektvoll und sorgsam anzunehmen und mit einer Rede zu beantworten, die Ihnen zugewendet ist. Diese Verantwortung teilt die Rednerin mit dem Künstler, der ein Werk, das in seiner Werkstatt entstanden ist, öffentlich zu sehen gibt und auf Ihre/unsere zuvorkommende Bereitschaft rechnet, es zu erleben.

Auch dem Künstler ist aufgegeben, sich nicht in eine vorgeblich autonome künstlerische Freiheit zurückzuziehen, sondern das eigene Verwickelt-Sein in die von Menschen gemachte Welt und die menschlichen Angelegenheiten als Aufgabe, als etwas ihm aufgegebenes, wahrzunehmen und mit künstlerischen Mitteln zu beantworten. Aus der offenen Begegnung mit dem anderen und dem sich aufmerksam darauf Einlassen kann sich ein künstlerischer Prozess entwickeln, der sich nicht im Fertigstellen verschließt sondern auf etwas öffnet.

Martin Pfahlers Einbau in den Raum des Neuen Giessener Kunstvereins bleibt unvollständig. Die zur Hälfte ausformulierte rundliche Aussparung in der angedeuteten Fassade des „Kottbusser Kiosk“ lässt sich als Fenster lesen, als Luke, durch die alle Waren, die ein Kiosk vorhält, hindurchgereicht und in der Stadt verteilt werden. Das „Kottbusser Kiosk“ hat keine Wände, die ein Innen begrenzen und sein Fenster öffnet sich nicht dem ausgesperrten Außen. Es dient nicht als Mittel zu dem Zweck, den die Bezeichnung „Kiosk“ andeutet, sondern verharrt im Zustand des Werdens und bleibt unvollständig.  

Jedes Werken und Bauen drängt auf Fertigstellung. Ein Ende muss gefunden werden, damit das Einrichten und Wohnen – oder besser das Einwohnen – beginnen kann. Andererseits kann das Bauen nie an ein Ende kommen, weil sich die im Plan formulierten Bedingungen ständig wandeln und der Bau, kaum ist er fertig gestellt, den verschobenen, „ver-rückten“ Ansprüchen der „Einwohner/innen“ schon nicht mehr genügt. Das Bedürfnis nach verlässlicher Dauer als Orientierung im Geschiebe der dauerhaft im Wandel befindlichen Lebenswelten wird im Bauen durchkreuzt von der Forderung nach ständiger Aktualisierung und Anpassung an veränderte Lebensweisen und -haltungen.

Das dem Künstler vom Kunstbetrieb abgeforderte gültige Werk, das seine Position innerhalb seiner Zeit als verlässliche Markierung festhält, erfordert ein endgültiges Fertigstellen, was wie mir scheint dem bildhauerischen Vorgehen von Martin Pfahler widerspricht. Aus der zerlegbaren Tragstruktur des „Kottbusser Kiosk“ und seiner „Verkleidung“ aus handlichen Platten lässt sich gerade kein endgültiges Ganzes zusammenfügen. Es bleibt bei einem Ausschnitt aus einem Größeren, dessen Gestalt im ausgewählten Fragment angedeutet ist aber nicht vollständig enthüllt wird. Pfahlers Architekturen sind keine Bauten, auf die man sich stützt. Ihre Statik ist fragil und sie bieten keinen Schutz. Es sind entlaufene Bauteile, die sich in fertig „gestellte“ Bauten einnisten. Dort entfalten sie sich als widerstrebende „Einwohnerinnen“, die eine vorläufige Fortsetzung der gegebenen Architektur erproben.

Indem sie dem Fertigen und fest Gefügten ein Bewegliches und Vorläufiges entgegen stellen, spannen sie einen Bogen zwischen dem gebauten und dem gelebten Raum. Die von der „Softarchitecture“ der 70er Jahre eingeführte „runde Ecke“, die Pfahler in der hier eingerichteten Bauplastik aufgreift, kann man als Zugeständnis der Architektur an die Menschen verstehen, die sie beleben. Der gerundete rechte Winkel weist auf ein Entgegenkommen, kann aber dem gebauten Raum nicht aus seinem Dilemma heraushelfen: Die der Statik geschuldete Erstarrung seiner Elemente stellt sich der Beweglichkeit, Biegsamkeit und Geschmeidigkeit der ihm einwohnenden lebendigen Körper stets als Hindernis entgegen. Ein Plan kann niemals die Vielfalt und Wandelbarkeit des Gebrauchs, der den gebauten Raum belebt, vorhersehen. Der „Kottbusser Kiosk“ verharrt zwischen Entwurf und Bauwerk. zwischen Erscheinen und Verschwinden, zwischen nicht mehr und noch nicht. Trotz kluger und vorausschauender Planung kann er niemals „fertig“ werden. In dieser Unmöglichkeit öffnen sich ungezählte Möglichkeiten, den unabschließbaren Bau weiterzudenken. So gesehen könnten zum Beispiel der Berliner Flughafen oder die Hamburger Elbphilharmonie als bauplastische Möglichkeitsgeneratoren betrachtet werden, die sich den ihnen zugedachten Zwecken standhaft verschließen und als im Dazwischen eingerichtete Bauten das Vermögen und die Grenzen neuzeitlicher Planung und Baukunst dauerhaft befragen.

Die Rede vom „Kottbusser Kiosk“ endet hier nicht. Ich höre lediglich auf zu sprechen und bedanke mich für Ihr Zuhören!"

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Susa Templin

Real Estate
13.04.-25.05.2013 | Eröffnung: 13.04. | 19 Uhr

Einführung: Dr. Stefan Rasche, Berlin
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

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In ihren fotografischen Installationen aus Holzleisten und großen Fotoabzügen auf Papier verfolgt Susa Templin (*1965 in Hamburg) eine subjektive Auseinander-setzung mit dem spezifischen Charakter und der Struktur von Räumen. Gerne verwickelt sie den Betrachter in eine irritierende Mischung aus Realem und Fiktivem, indem sie Versatzstücke bekannt geglaubter Wohnräume mit Benutzeroberflächen des modernen Alltags verschränkt und oft noch um eine weitere fotografische Dimension ergänzt.

Der Raum, in dem wir leben, durch den wir aus uns herausgezogen werden, in dem sich die Erosion unseres Lebens, unserer Zeit und unserer Geschichte abspielt, dieser Raum, der uns zernagt und auswäscht, ist selber auch ein heterogener Raum. Anders gesagt: wir leben nicht in einer Leere, innerhalb derer man Individuen und Dinge einfach situieren kann. Wir leben nicht innerhalb einer Leere, die nachträglich mit bunten Farben eingefärbt wird. Wir leben innerhalb einer Gemengelage von Beziehungen, die Platzierungen definieren, die nicht aufeinander zurück zu führen und nicht miteinander zu vereinen sind.“



Was Michel Foucault in seinem Vortrag „Andere Räume“ als systematische Ordnung für jene Orte beschreibt, die nach eigenen Regeln funktionieren, kann auch auf die künstlerischen Produktionen von Susa Templin bezogen werden. „Die Heterotopie“, so Foucault in seinem Manuskript von 1967 weiter, „vermag an einen einzigen Ort mehrere Räume, mehrere Platzierungen zusammenzulegen, die an sich unvereinbar sind.“ So vermag es die Künstlerin, in ihrer extrem verdichteten Installation „Real Estate“ für den Neuen Kunstverein Gießen die wiederkehrenden Leitmotive ihrer Auseinandersetzung mit dem Charakter von Räumen und deren Verhältnis zum Außenraum miteinander zu verschränken. Dieses Erlebnis in mitunter merkwürdigen, dreidimensionalen Räume wird mit der Installation des „Reals Estate“ hier im Kunstverein einerseits dokumentiert und durch die extreme Verdichtung potenziert. 



Markus Lepper, 
Neuer Kunstverein Gießen

Auszüge aus dem neuen Katalog:

Stefan Rasche:

„Doch neben den meist rahmenlosen Papierabzügen kommt noch eine andere Komponente ins Spiel: verwinkelte Raumgerüste, aus schmalen, grau lackierten Holzleisten konstruiert, die wie eine plastische Umrisszeichnung in den Ausstellungsraum hineingestellt werden, wo sie als offene, körperlose Platzhalter Volumen andeuten und Perspektiven suggerieren. Meist sind sie leer, um als ‚Unbestimmtheitsstellen‘ individuelle Raumvorstellungen zu evozieren, aber gelegentlich dienen sie auch als frei stehende Rahmenkonstruktionen für die sich wellende Fotografie, etwa für das Schwarzweiß-Bild eines Wäscheberges, der dadurch enorme plastische Präsenz gewinnt. Und doch führt der Versuch, den erinnerten Räumen eine fassbare Gestalt zu verleihen, zu keinem endgültigen Resultat.“

Annelie Pohlen:
Irgendwann muss die Decke weg. Freiräume im ‚Triangel of Need‘

„In Gießen sind die Konstruktionssegmente – frei gestellt von allen Verweisen – im Zentrum des Ausstellungsraumes so ‚selbstverständlich‘ ineinander komponiert, als könnte es irgendwann einmal gelingen, alles Begehren in einem ‚Real Estate‘ beschwingter Leere zu kondensieren. Vielleicht lässt sich die auf einer Zeitschiene ineinander verwobenen Passagen in Susa Templins ‚Real Estate‘ auch so deuten: Die mühsamen Aktionen, Wände und Decken zu durchlöchern, haben sich erübrigt. Das blinde Fenster in der Wand wird auch durch fortschreitende Montage im Raum nicht durchlässiger. Doch wenn in der künstlerischen Imagination die Mauern fallen, dann öffnen sich Räume aus bloßen Linien zu Orten komplexer Durchblicke, deren sich selbst ‚reflektierende‘ Leere in Fotoarbeiten schließlich als flüchtiges Ideenbild von Räumen und Spuren physischer Präsenz aufscheint.“

Publikation

Susa Templin: Real Estate

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Susa Templin baut Räume. Dabei geht sie aus von der Fotografie, ohne sich im klassischen Sinne als Fotografin zu verstehen. So steht auch nicht das einzelne Bild im Zentrum ihres künstlerischen Interesses, sondern sie arbeitet in Zyklen und thematischen Reihen, wobei ihr die fotografischen Bilder zu allererst als Basis dienen, als Bausteine, um mittels anderer Medien – dem Modell, der Skulptur und der Installation – in den realen Raum vorzudringen. Anders gesagt: Die immer schon raumhaltige, aber flächige Fotografie wird erweitert zu plastischen Bildgebäuden, die sich dann auch körperlich erfahren lassen, die den Betrachter einladen, sie zu betreten und sich in ihnen zu bewegen. Der Katalog „Real Estate“ versammelt verschiedene Werkzyklen der in Berlin und Frankfurt lebenden Künstlerin: Ausgehend von ihren fotografischen Stadterkundungen, die während ihres langjährigen Aufenthalts in New York entstanden sind, über ihre Beschäftigung mit Wasser und simulierter Natur bis hin zu den Zyklen „Reflexives Spaces“ und „Totale Wohnung“, in denen sich Susa Templin mit Wohn- und Innenräumen befasst.

Link zu Verlagsseite

Neuer Kunstverein Gießen (Herausgeber),
Annelie Pohlen (Autor), Stefan Rasche (Autor), Thorsten Jantschek (Autor)
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Kehrer, Heidelberg; ISBN-13: 978-3868284157

€ 39,90

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Theatermaschine 13

01.06.–08.06.2013


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Die Werkschau der Studierenden des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft ist ein »oszillierend polymorphes Gebilde«, welches sich Anfang Juni in der »Stadt der Achtundsiebzigtausend« ausbreitet und in seiner Geltungssucht auch einen Ort der KunstKunst mit der allumfassenden Kraft einzigartiger, purer und formgewordener KritikKritik aufzublähen versucht. In der »Trafik am Zentralfriedhof« (Falco) werden die Ketten gesprengt – oder to be international: »Resist and heal the world!«

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Sommerausgabe II

Ohne Titel, 2013, 1.45m × 4.28m; 3.19m × 8.37m

15.06.–31.08.2013


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Junge Künstlerinnen und Künstler wollen mit ihren Arbeiten Gesten und Grenzen der eigenen Generation ausloten, ohne sich dabei selbst aus den Augen zu verlieren. So versteht sich die Sommeraustellung »Ohne Titel« als Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kunstformen, interdisziplinären und -medialen Arbeiten, die in einer Folge wechselnder Ausstellungen sowie Performances, Konzerten und weiteren Ereignissen aktuelle künstlerische Produktionen zur Diskussion stellen.

 

>>> Hier das vollständige Programm als PDF

Tagesaktuelle Ankündigungen auf Facebook

Dokumentation unter: http://nkvsommer.tumblr.com

Valentin Beinroth

representation of something

14.09.–26.10.2013 | Eröffnung: 14.09. | 18 Uhr

Einführung: Markus Lepper
Künstlergespräch: 26.10.2013, 18 Uhr

Im Rahmen des Künstlergespräches wird Valentin Beinroth auch seine Edition zur Ausstellung vorstellen:

C sp³
Skulptur-Modulbaukasten
Acrylglas, Wellpappe, Papier
Edition Auflage: 10


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In den letzten Jahren bewegte sich Valentin Beinroth (* 1974, lebt in Frankfurt /M.) vor allem im Schnittbereich von Kunst und Wissenschaft, schwerpunktmäßig hat er sich dabei mit den Themen Messen und Ordnen auseinandergesetzt. Einige Arbeiten behandeln Ansätze und Vorgehensweisen der Standardisierung. Andere beschäftigen sich mit den Instrumenten und dem Vorgehen der Klassifizierung, der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Drang zu sammeln und Dinge, Ereignisse, oft auch Personen in ein Klassifikationssystem zu zwängen. Der Antrieb die Welt zu vermessen, der Impuls zu kategorisieren, zu benennen, Dinge zu kartieren – letztendlich begründet sich dieses Bestreben im Wunsch zu verstehen. Diesbezüglich setzt sich Beinroth in seiner Installation im Kunstverein mit der Funktion des Modells auseinander.

 

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Fotografien der Ausstellung: Paul Hess

Pressebild

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Edition

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»C sp³«

Skulptur-Modulbaukasten
Acrylglas, Wellpappe, Papier
signiert und nummeriert
Edition Auflage: 10

200,- € zzgl. Versand

Caroline Streck

It‘s like a jungle sometimes it makes me wonder how I keep from going under


16.11.2013–11.01.2014 | Eröffnung: 16.11. | 18 Uhr
Einführung: Prof. Gabriele Langendorf, HBK Saar
Künstlergespräch und Suppe: 11. Januar 2014, 16 Uhr


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Ein Balkongeländer, ein Blumenkasten aus Plastik, ein halb heruntergelassener Rollladen vor einem Fenster, welcher auch als Reflex auf die Geschichte der Malerei verstanden werden kann: Indem Caroline Streck (*1986 in Kempen, lebt in Saarbrücken) die Bildgegenstände in ihrer realen Größe ins Bildformat bringt, radikalisiert sie die Situation für den Betrachter, dessen Blick etwas Doppeldeutiges nicht abstreifen kann. Sie weist auf die Scheinhaftigkeit der Malerei ebenso hin wie auf die Zugehörigkeit ihrer Bilder in die reale Dingwelt.

 

Caroline Streck über ihre Arbeit:

Meine Bilder sind das Ergebnis einer permanenten Befragung der äußeren Erscheinungen unserer Welt. Dabei werden gewöhnliche oder vermeintlich banale Elemente der (sub-) urbanen Lebenswelten zu bedeutsamen und reizvollen Motiven, die es in die Malerei zu übersetzen gilt. Sie berichten in ihrer Materialität über zeittypische Phänomene von Modeerscheinungen unserer Konsumgesellschaft und legen Zeugnis über gesellschaftliche Vorgänge ab.

Die komplexen Strukturen verarbeite ich in Ausschnitten, zum Beispiel in Form von Fenstern, Fassaden- oder Vorgartenelementen. Dabei nimmt das Bild im Maßstab 1:1 die Größe des Objekts an, das zur Darstellung kommt. Die malerische Imitation von industriell gefertigten Dingen tritt als Szenerie auf die Leinwand. Bildnerisch transformiert, verdichten sich diese Ansichten des Alltags zu einer Bestandsaufnahme gegenwärtiger Erscheinungen von Architektur und Städtebau, Lebensraum und -kultur.

 

Hier ein Pressebericht auf giessen-server.de

 

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Fotografien der Ausstellung: Paul Hess

 

Pressebild

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Edition

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Streichholzschachtel

30 x 21,4 cm, 2013

Siebdruck-Edition,
nachträglich einzeln bearbeitet
(Auflage 20 + 10)

€ 175,- zzgl. Versand

Unsere Künstlerseite

Ralf Schreiber

Kinetische Klangskulpturen

01.02.–22.03.2014 | Eröffnung: 01.02.2014, 18 Uhr

Experimenteller Bastelworkshop
»Elektronik und Eigensinn«
22. März 2014, 14–17 Uhr in der kümmerei, Moltkestraße 11, Gießen


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Ralf Schreiber (*1964, lebt in Köln) arbeitet mit Elektronik, Solarzellen, Motoren und Miniaturlautsprechern. Seine spielerischen und experimentellen Arbeiten erzeugen leise Klänge und kleinste Bewegungen und beschäftigen sich dabei mit schwachenergetischen Transformationsprozessen – mit der Wandlung von Licht in Bewegung und Klang.
Im Kunstverein wird eine neue ortsspezifische, kinetische Klanginstallation zu sehen und zu hören sein.

 

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Fotos: Paul Hess

 

Unsere Künstlerseite

Chiang San-shih

Gebrochene Kontinuität.
Zeitgenössische Berg-Wasser-Malerei
12.04.–17.05.2014 | Eröffnung: 12.04. | 18 Uhr

Einführung: Dr. Fabian Heubel (Academia Sinica Taipei /
Goethe-Universität Frankfurt/M.)

Künstlergespräch: 03.05.2014 | 16 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag von 14–17 Uhr u.n.V.


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»Gelöste Konstellation I « | Tusche auf Papier | (Ausschnitt) | 2012

 

Gebrochene Kontinuität.

Zeitgenössische Berg-Wasser-Malerei

Fabian Heubel
(Institute of Chinese Literature and Philosophy, Academia Sinica, Taipei)

CHIANG San-shih (geb. 1972 in Taiwan, lebt in Taipei, Taiwan und Eppstein im Taunus) arbeitet in der Kontinuität chinesischer Berg-Wasser-Malerei, die sie in den Kontext zeitgenössischer Kunst einbringt. Zugleich zeugt ihre Tuschmalerei von einem Bruch mit der Tradition, der in Geisteshaltung, Bildaufbau und Maltechnik zum Ausdruck kommt. Die Bilder entstehen in Resonanz mit der natürlichen Umgebung. Sie sind subtile Übungen eines ungezwungenen Hin-und-Her zwischen Selbstbildung und Selbstvergessenheit. Für Chiang San-shih ist Malen vor allem ein Weg der Kultivierung: ein Weg, der mehr ist als Kunst.

Die meisten Bilder werden im Laufe eines Tages abgeschlossen und haben deshalb den Charakter von Tagebuchaufzeichnungen. Sie sind flüchtige Wegmarken, unspektakuläre Eintragungen in ein Maltagebuch, das nicht auf Verständlichkeit zielt, sondern von der Konzentration auf die individuelle Erfahrungsfähigkeit geprägt ist. Wie die klassische Berg-Wasser-Malerei chinesischer Literaten leben ihre Bilder von der Erfahrung des Alleinseins in der Natur. Sie scheinen den Rückzug, wenn nicht gar die Flucht vor sozialen Zwängen und politischen Kämpfen zu signalisieren. Doch wer wollte leugnen, daß die Kultivierung des Alleinseins soziale und politische Bedeutung hat? Daß Natur und Alleinsein soziale und politische Kategorien sind?

Chiang San-shih bricht mit vielen Konventionen der klassischen Literatenmalerei. Dieser Bruch zeigt sich in ihrer Entscheidung, in der Natur zu malen und dabei das Papier direkt auf einen großen Bachstein (in den wild bewachsenen Bergen im Süden von Taipei) oder den Waldboden (im Taunus bei Eppstein) zu legen. Indem sie das Papier als Membran zwischen malerischem Vorgang und natürlicher Umgebung gebraucht, löst sie sich von zu Klischees erstarrten Motiven der klassischen Tuschmalerei: massive Berge oder Flußlandschaften mit ihren Pavillions, Booten und stilisierten Personen in weiten Gewändern. Gleichwohl lebt in ihren Bildern das Ideal von Malerei als Weg der Kultivierung und Subjektbildung fort. Dieser ist keine Fluchtweg aus der Moderne, vielmehr die tastende Übung von Möglichkeiten der Subjektbildung jenseits der falschen Alternative von bewußtem Subjekt und mystischer Subjektlosigkeit.

Das Motiv gebrochener Kontinuität, das die Bilder durchzieht, variiert das für die klassische ostasiatische Tuschmalerei charakteristische Spiel von Leere und Fülle, von feuchter und trockener Tusche, von lebendigen Linien und unendlich nuancierten Grautönen. Dieses Spiel war immer schon sensibel für historische Umstände und Veränderungen, um sodann, im 20. Jahrhundert von jenem Wirbelsturm hybrider Modernisierung erfaßt zu werden, der die kulturelle Landschaft Ostasiens zutiefst verändert hat. Zwischen Kontinuität und Diskontinuität versucht Chiang San-shih neue Möglichkeiten ästhetischer Freiheit zu erkunden: Durch Anerkennung von Diskontinuität zur Kontinuität fähig zu werden. Das ist der Weg der Kultivierung, auf dem ihre Malerei sie begleitet.

 

Zur Vollversion des Textes


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Karin Bergdolt

Das unspektakuläre Dazwischen
24.05.–05.07.2014 | Eröffnung: 24.05. | 18 Uhr

Einführung: Jörg Wagner

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Am 5. Juli findet zum Abschluss der Ausstellung ein Stadtspaziergang mit Karin Bergdolt und Dr. Martin de Jong statt. Start ist um 15 Uhr am Kunstverein. Im Rahmen des Spaziergangs wird auch Karin Bergdolts Buch "Schöllkraut, Kratzdistel und Graffiti" vorgestellt.

Katalog in der Ausstellung: 12,– €
Vorzugsausgabe (20 Stück mit Originalzeichnung in unterschiedlichen Formaten): 90,– €

Öffnungszeiten: Samstag von 14–17 Uhr u.n.V.

 

Gerne lenkt Karin Bergdolt (*1968, lebt in Nürnberg) ihren Blick auf das weniger Perfekte und die feinen Töne im Dazwischen; sie erhebt das scheinbar Belanglose zum Wesentlichen. In ihrer Gießener Installation erzählen zeichnerische Momentaufnahmen von Löwenzahn, Schöllkraut und Kratzdistel, aber auch von deren unspektakulären Lebensräumen inmitten des Gießener Stadtraums. Mit Blick auf die diesjährige Landesgartenschau, aber auch als dezidierter Kontrapunkt dazu, handelt die Ausstellung von pflanzlichen Pionieren, die sich ganz ohne Hege und Pflege behaupten.
Wer reist wiederholt in eine fremde Stadt, um in erster Linie nach Brachflächen, Unfertigem und städtebaulichen Nischen Ausschau zu halten? Karin Bergdolt ist Zeichnerin und Reisende – so durchquerte sie mit „Nomadischer Perspektive“ (so der Titel der anschließenden Publikation) vor einigen Jahren mit dem Fahrrad die Mongolei. Im vergangenen Jahr unternahm sie eine Expedition mit sehr viel kleinerem Radius und näherte sich der Stadt Gießen auf eher unorthodoxen Wegen.   So entstand ein Stadtführer mit fokussiertem Blick, der „einen Dialog zwischen Orten und dort ungefragt angesiedelten Pflanzen“ beschreibt, so die Künstlerin.

Die Publikation "Schöllkraut, Kratzdistel und Graffiti" bildet nun den Nukleus der Ausstellung im NKV. Was im Buch verdichtet und textlich begleitet auftaucht, zeigt sich im Ausstellungsraum  in einer Vielzahl vorwiegend kleinformatiger Tintenstift-Skizzen und Aquarelle, die in den Arbeitsprozess der Künstlerin eintauchen lassen. Transparent durchscheinend ist ein Teil der Arbeiten auf die Fensterflächen geheftet und lässt ein Betrachten von innen und außen zu. Ergänzt durch gerahmte Zeichnungen an der Wand schafft Bergdolt mit ihren gezeichneten Momentaufnahmen einen stillen und konzentrierten Raum, in dem manche Blätter an die Haltung des Künstlers Wols erinnern, der bekundete, ein winziges Blatt Papier in der Größe einer Handfläche genüge, um die ganze Welt zu enthalten.

Mit dem Arbeitstitel „Gut verpackt an welchem Fleck?“ hat Bergdolts Projekt bereits Ende 2012 in Kooperation mit gärtnerpflichten begonnen. Ihr Wildpflanzenführer wird zu Ausstellungsbeginn vorliegen und mit einem Stadtspaziergangs am 5. Juli 2014 ausführlich vorgestellt. Als botanischer Experte begleitet Dr. Martin de Jong den Ausflug. Treffpunkt: 15 Uhr am Kunstverein (Ecke Licher Str. / Nahrungsberg)]

 

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Fotos: Paul Hess

 

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Publikation

Karin Bergdolt:
Schöllkraut, Kratzdistel und Graffiti

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Die Publikation Schöllkraut, Kratzdistel und Graffiti bildet nun den Nukleus der Ausstellung im Kunstverein. Was im Buch verdichtet und textlich begleitet auftaucht, zeigt sich im Ausstellungsraum  in einer Vielzahl vorwiegend kleinformatiger Tintenstift-Skizzen und Aquarelle, die in den Arbeitsprozess der Künstlerin eintauchen lassen. Transparent durchscheinend ist ein Teil der Arbeiten auf die Fensterflächen geheftet und lässt ein Betrachten von innen und außen zu. Ergänzt durch gerahmte Zeichnungen an der Wand schafft Bergdolt mit ihren gezeichneten Momentaufnahmen einen stillen und konzentrierten Raum, in dem manche Blätter an die Haltung des Künstlers Wols erinnern, der bekundete, ein winziges Blatt Papier in der Größe einer Handfläche genüge, um die ganze Welt zu enthalten.

Katalog in der Ausstellung 12,– €
Vorzugsausgabe (20 Stück mit Originalzeichnung in unterschiedlichen Formaten) 90,- €

Peter Rösel

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12.07.–09.08.2014 (im KiZ bis 6.9.) | Eröffnung: 12.07. | 18 Uhr im Kunstverein, 19.30 Uhr im KiZ
Künstlergespräch: 06.09.2014 um 18.00 Uhr im KiZ

Doppelausstellung im Neuen Kunstverein Gießen und im KiZ in der Kongresshalle

Begrüßung: Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz
Einführung: gärtnerpflichten (verantwortlich für den Kunstwettbewerb)   
Markus Lepper (Künstlerischer Leiter des NKV)


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Im ehemaligen Kiosk am Alten Friedhof wird Peter Rösel (*1966, lebt und arbeitet in Berlin) eine neue Arbeit realisieren, die mit den intimen wie öffentlichen Qualitäten des Ortes spielt. Die Zuneigung für Gegenstände und Phänomene an der Grenze der Wahrnehmbarkeit stehen im Fokus seiner Aufmerksamkeit.
Was im Alltag als Fussel vom Bildschirm oder vom Tisch gewischt wird, gerät in einen veränderten Zusammenhang, der eigentlich vertraut Geglaubtes in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Am selben Tag um 19.30 Uhr wird in Kooperation mit den gärtnerpflichten die Ausstellung „drinnen + draußen mit Seerosen“ eröffnet, die neben den realisierten Beiträgen des Kunstwettbewerbs zur Landesgartenschau im Untergeschoß der ehemaligen Stadtbibliothek (KiZ) den großen „Seerosenteich“ von Peter Rösel aus der Sammlung des MMK (Frankfurt) unter neuen Bedingungen zu sehen gibt.

 

Flankierende Ausstellung zur Kunst im öffentlichen Raum

Während mit der Ausstellung „draußen“ die ausgewählten Projekte des Kunstwettbewerbs zur Landesgartenschau im Gießener Stadtraum zu entdecken sind, zeigt „drinnen“ vor allem Hintergründe und Dokumentarisches zu den sechs Positionen.
Hier werden die konzeptuellen Ansätze vermittelt und Einblicke in die Planungs- und Aufbauphasen der Arbeiten von Monika Goetz, Wiebke Grösch / Frank Metzger, Folke Köbberling / Martin Kaltwasser, Gabi Schaffner / Pit Schultz, Axel Schweppe und Andreas Rohrbach gegeben.

Im Rahmen des Wettbewerbs für Kunst im öffentlichen Raum anlässlich der Landesgartenschau Gießen 2014 wurden in einem zweistufigen Verfahren sechs ortsspezifische Kunstprojekte ausgewählt. Die national wie international profilierten Positionen, die nun während der Gartenschau in Gießen zu erleben sind, repräsentieren ein breites Spektrum aktuellen Kunstschaffens, das sich in unterschiedlichen temporären Installationen zeigt.

Auf einen inhaltlich lenkenden Titel wurde in der Ausschreibung bewusst verzichtet. Demzufolge befragen die jurierten Projekte in ihren Themen und formalen Ausprägungen sehr unterschiedlich das Verhältnis von Mensch und Natur und setzen sich vielfältig mit dem Ideenraum „Stadt und Garten“ auseinander. Sie arbeiten mit skulpturalen Setzungen und Interventionen, Licht und Klang oder greifen den Kontext städtischer Planungen auf; sie packen die Gartenthematik in ein Radioformat oder schaffen ein ganz eigenes, künstlerisches Biotop. Mit den Arbeiten wird ein Bogen von der Lahn bis zum Areal der Wieseckaue gespannt, räumlich durch die Klammer zweier Projekte eingefasst, die auf die ästhetische Kraft von Baum-Solitären setzen.

Die Präsentation im KiZ dokumentiert nun bildreich die Aufbauphase der sechs Projekte und beleuchtet neben den Konzepten die nicht unerheblichen Hürden, die Kunst im öffentlichen Raum zu nehmen hat. In der Ausstellung werden darüber hinaus durch wenige, aber pointierte  künstlerische Setzungen Verbindungsstränge zwischen „draußen“ und „drinnen“  sichtbar gemacht.
So hat es einen der „Kumpane“ von Norbert, einer Marmorskulptur, die in der vielteiligen Treibhaus-Installation Gießener Biozön von Andreas Rohrbachs in der Wieseckaue beheimatet ist, in den Ausstellungsraum verschlagen. Und auch das Thema des ortsspezifischen Eingriffs von Monika Goetz auf der kleinen Lahninsel klingt inhaltlich in der Ausstellung in einer großen, eher graphisch angelegten Arbeit auf kontrastierende Weise an. Der Heiligenschein, der im Rahmen von „draußen“ einen der schönsten Bäume in Gießen krönt, erfährt drinnen einen Widerhall in der Wandarbeit „Dark Star““, einer haptisch erscheinenden Zeichnung, die die Künstlerin mit brennenden Wunderkerzen aufgebracht hat.

 

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Fotos: Paul Hess



Neuer Kunstverein Gießen zeigt Peter Rösel

Im Untergeschoß der ehemaligen Stadtbibliothek wird die raumgreifende Installation „Seerosenteich“ von Peter Rösel aus der Sammlung des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt zu sehen sein. Durch die spezifische Situation vor Ort, die mit dem zweigeschossigen Ausstellungsraum nach Entwürfen des schwedischen Architekten Sven Markelius (1889 – 1972) gegeben ist, kann die Arbeit aus mehreren Perspektiven erlebt werden. Seit 1995 arbeitet Peter Rösel mit Textilien und verwandelt diese in exotische wie heimische Zimmerpflanzen. Dadurch kultiviert er einen veränderten Blick auf eigentlich vertraut Geglaubtes.

 

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Fotos: Paul Hess



Im Rahmen der Ausstellung lädt die MITTWOCHSREIHE wöchentlich zu Veranstaltungen ein.

„Mittwochsreihe“
Die Ausstellung „drinnen“ versteht sich auch als Ort der Vermittlung und Kommunikation. Gemeinsam mit dem Neuen Kunstverein Gießen und dem im KiZ ansässigen Literarischen Zentrum laden wir zur „Mittwochsreihe“ ein, die wöchentlich Lesungen, Künstlergespräche und Führungen anbietet.

16.07., 19.30 Uhr: Heidi Salaverría
In Erscheinung treten – zur Rolle der Kunst in der Öffentlichkeit

23.07., 19.30 Uhr: botanoadopt
Ein partizipatives Projekt zur Befragung der eigenen Sicht von Natur

30.07., 19.30 Uhr: Beschaulicher Abend I – Führung durch die Ausstellung

06.08., 19.30 Uhr: Nico Bleutge liest aus verdecktes gelände

13.08., 19.30 Uhr: Gabi Schaffner
Der Wahnsinn des Dokumentaristen – Ländliches Finnland: Gelöschte Spuren
Anschließend: music, drinks and more

20.08., 19.30 Uhr: Hubert Steins
An den Grenzen des Wahrnehmbaren - Strategien der Klangkunst im
öffentlichen Raum

27.08., 17.00 Uhr: Heute früher! Beschaulicher Abend II – Führung durch die Ausstellung

03.09., 19.30 Uhr: Mobile Albania
Stadt als Garten – Bodenbereitung für eine Stadtplanung ohne Plan
und Planierraupe




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gärtnerpflichten und Neuer Kunstverein

draußen + drinnen mit Seerosen (im KiZ)
12.07.–06.09. 2014


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Während mit der Ausstellung »draußen« die ausgewählten Projekte des Kunstwettbewerbs zur Landesgartenschau im Gießener Stadtraum zu sehen sind, zeigt »drinnen« Konzepte, Dokumentarisches und Hintergründe zu den sechs jurierten Projekten in den großzügigen Räumen des KiZ.

Im Untergeschoss wird die raumgreifende Installation »Seerosenteich« von Peter Rösel aus der Sammlung des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt zu sehen sein. Seit 1995 arbeitet der Künstler mit Textilien und verwandelt diese in exotische wie heimische Zimmerpflanzen und kultiviert dadurch einen veränderten Blick auf eigentlich Vertrautes.


Sommerausgabe III

16.08.–07.09.2014

Eröffnung Tino Palm & Carla-Luisa Reuter
»I‘m never going back to sweden«: 16. August 2014, 19 Uhr
Eröffnung Max Brück: 28. August 2014, 19 Uhr

Kommende Veranstaltungen im Rahmen der Sommerausgabe III sind folgende:

Sa, 30.08., 19 Uhr: SUNDOWNER mit Ehh Kollektiv
Do, 04.09., 19 Uhr: SUNDOWNER mit Simon Ey, Künstlergespräch und Abendessen

Künstlergespräch: Donnerstag, 04. Sept. 2014, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Di., Do., Sa. ab 19 Uhr u.n.V.

Mehr Informationen unter www.nkvsommer.tumblr.com


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Grafik: Timo Lenzen

 

In der diesjährigen Sommerausgabe vom 16. August bis zum 7. September 2014 treffen in einem sog. additiven Prinzip unterschiedliche Kunstformen aufeinander und treten in Interaktion. Die Künstler_Innen Max Brück, Tino Palm und Carla Reuter  lassen sich auf die einmaligen örtlichen Begebenheiten des Neuen Kunstverein ein und erarbeiten gemeinsam ihre Idee der Kunst. Den Anfang machen am Samstag, 16. August Tino Palm und Carla Reuter mit ihrer raumgreifenden Plastik  "I`m never going back to sweden". Max Brück wird in den darauffolgenden Tagen mit seiner Arbeit rund um den Kunstverein hierauf versuchen einzugehen. Der ehemalige Kiosk wird so zum Treffpunkt und Labor für viele verschiedene soziale und künstlerische Interessen werden.

 


Arbeiten von Max Brück

Auf seiner Reise durch Schweden hat Max Brück sich mit dem Thema Hochsitz auseinandergesetzt. Ihn begeisterte die effektive und einfache Bauweise der schwedischen Hochsitze, die in der dünn besiedelten Landschaft in regelmässigen Abständen ganz nah an den Schotterstraßen standen. Durch diesen Anstoß erinnerte er sich.

Mit seinem Großvater, der genau wie sein Vater Förster war, ging er in seiner Kindheit in den Wald um Tiere von einem Hochsitz aus zu beobachten. Er klettere mit Freunden auf Hochsitze um sich dort zu verstecken. Hochsitze haben ihn in seiner Kindheit beeindruckt.
In seiner Arbeit für die SOMMERAUSGABE III interessiert ihn besonders der Aspekt des Beobachtens: Man erhöht seinen Standpunkt um seine Umgebung besser wahrnehmen zu können. Gleichzeitig befindet man sich an einem Ort mitten in der Natur mitten im öffentlichen Raum. Die Übertragung des Hochsitzes aus der Natur in ein städtischen Umfeld ist ein Versuch; ein Vergleich.
Max Brück transportierte im letzten Jahr Teile eines alten Schuppens in sein Offenbacher Atelier. Mehr als 3 Generationen nutzen den Schuppen für verschiedene Zwecke. Über 90 Jahre lang stand er im Garten seiner Großeltern. Jedes seiner Familienmitglieder verbindet unterschiedliche Erinnerungen mit diesem Ort. Schon in seiner Kindheit beeindruckten Max die maroden verwilderten Räume. Unter jenen persönlichen Verbindungen zum Material entstanden nun am Neuen Kunstverein Gießen die Nutzungselemente wie z.B. Bar und Tisch im Außenbereich.

Max Brück studiert Experimentelle Raumgestaltung an der Hochschule für Gestaltung ( Offenbach / Main )


Andrea Knobloch

Gießener Gartenzimmer
13.09. –25.10.2014

Eröffnung: 13.09.2014, 18 Uhr

Künstlergespräch: 25.10.2014, 16 Uhr


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Die Künstlerin Andrea Knobloch (*1961, lebt in Düsseldorf) versammelt im »Gießener Gartenzimmer« Bildnisse »arbeitender« Pflanzen, die sie in Gießener Innen- und Außenräumen gefunden hat. In Büros und Ladenlokalen ebenso wie auf Parkplätzen und Außenterrassen werden diese Pflanzen als Lufterfrischer, als Dekoration, Raumteiler oder Grenzmarkierung eingesetzt. In der Rauminstallation des »Gießener Gartenzimmers« spiegelt sich die Ambivalenz zwischen romantischer Naturverklärung und funktionalisierter Natur und damit auch das Dilemma des schaffenden Menschen, der sich mit der fortdauernden Verwandlung von Natur in Kultur nach und nach seiner Lebensgrundlagen beraubt.

 

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Fotos: Paul Hess

„Keine Blume, keine Fußspur: Wo ist der Mensch? Im Transport der Felsen, in der Spur des Rechens, in der Arbeit des Schreibens.“

Andrea Knobloch, so ist es am 13.09.2014 in der Gießener Allgemeinen Zeitung zu lesen, „war bereits 2006 an einer Ausstellung zur Problematik des Mahnmals an der Licher Gabel beteiligt und im Vorfeld der Landesgartenschau leitete sie zusammen mit Ute Vorkoeper eine der ‚Rollrasenexpeditionen‘ der Künstlergruppe ‚gärtnerpflichten‘, die zu ausgewählten Kunstwerken im öffentlichen Raum Gießens führte. Zudem war sie Mitglied der Jury zum Kunstwettbewerb der Landesgartenschau.“

Nun zeigt die Künstlerin ihr „Gießener Gartenzimmer“ als raumgreifende Installation, bei der verschiedene Elemente zu einem Ganzen verflochten sind. Die Arbeit dazu hat vor über einem Jahr begonnen, als sie in öffentlichen Gebäuden, städtischen Ämtern und Schulen ‚Pflanzen an ihrem Arbeitsplatz‘ fotografiert hat.
Das Gartenzimmer markiert architektonisch gesprochen den Übergang von Drinnen und Draußen und vermittelt zwischen Wohnkultur, umbautem Raum und der Natur. Diese ist jedoch auch nur menschengemachte also „kulturalisierte“ Natur und im Fall unserer Gärten bereits gestaltet und domestiziert. Selbst dort, wo Ruderalpflanzen sich in Brachen scheinbar „wild“ ansiedeln, handelt es sich um gestaltete „Natur“, weil Bedingungen und Möglichkeiten des Wachstums menschengemacht sind.
Knoblochs „Gartenzimmer“ findet im Kiosk an der Licher Gabel seinen passenden Ort, denn das Gebäude kann auch als Transitraum zwischen dem Park „Alter Friedhof“ und der vom Verkehr stark belasteten Kreuzung verstanden werden.

Als Künstlerin, Kuratorin und Forschende fühlt sich Knobloch einer Arbeitsweise verpflichtet, die zwar von Einzelphänomenen ausgeht, aber immer auch nach den Zusammenhängen und dem Kontext von Kunstproduktion und –rezeption fragt.



In einem Text für den Künstlerkollegen Martin Pfahler schrieb Andrea Knobloch:

„Auch dem Künstler ist aufgegeben, sich nicht in eine vorgeblich autonome künstlerische Freiheit zurückzuziehen, sondern das eigene Verwickelt-Sein in die von Menschen gemachte Welt und die menschlichen Angelegenheiten als Aufgabe, als etwas ihm Aufgegebenes, wahrzunehmen und mit künstlerischen Mitteln zu beantworten. Aus der offenen Begegnung mit dem anderen und dem sich aufmerksam darauf Einlassen kann sich ein künstlerischer Prozess entwickeln, der sich nicht im Fertigstellen verschließt sondern auf etwas öffnet.“

Einige Anmerkungen zu den Elementen der Ausstellung:

Das Leuchtobjekt ist aus den Aluminium-Lamellen einer Jalousie gefertigt, die eigentlich der Verdunkelung von Räumen dient. In einer eigenen Flechttechnik ist hier ein Objekt entstanden, was andere Schattenmuster in das Gartenzimmer wirft. Die Lichtreflexe treffen auf die grafischen Strukturen der Kohlestäbchen auf den Wänden und diese wiederum sind „kultivierte Natur“. Man sieht ihnen an, dass es sich dabei um kleine Aststücke handelt, die einen langwierigen Verkohlungsprozess durchlaufen, ihre natürliche Form dabei aber erhalten haben. Als künstlerisches Material par excellence wurde es „so wie es ist“ an die Wand gebracht und zu einem Mäander zwischen Ornament und Abstraktion verdichtet. Die senkrechten Stäbchen sind frei beweglich, eben so wie Äste eines Baumes, die sich im Wind bewegen.

„Ich mag die Baumbilder von Mondrian sehr gerne – und ich glaube auch, das sieht man!“ sagte mir Andrea während des Aufbaus der Ausstellung. Ja, ich denke auch, das ist nachvollziehbar im Muster auf der Wand.

„Während der zwei Jahre und sieben Monate, die Piet Mondrian von Ende Dezember 1911 bis Juli 1914 in Paris verbrachte, schloss er sich 1912 dem Kubismus von Georges Braque und Pablo Picasso an. 1912 entstand ‚Der graue Baum‘ und weitere Arbeiten, bei denen Mondrian den (illusionistischen) Raum auflöste, indem er Flächen benutzte und in streng rechteckige Formen umwandelte.“ Andrea Knobloch führt den dreidimensionalen Raum wieder ein – mit ihrer Wandinstallation, die man als abstraktes Muster, vielleicht aber auch als Baum verstehen könnte, dessen Äste Schatten werfen: Konkretes Relief und abstraktes Muster zugleich, ähnlich wie die Zeichnung eines persischen Teppichs, die Bild und Abstraktion eines Gartens zugleich ist.

Pflanzen oder vegetabile Formen waren die allerersten Elemente im Repertoire der Ornamentik und der Dekoration von Wänden und Stoffen.
In seiner Einleitung zum Katalog der Ausstellung ‚Ornament und Abstraktion‘ (2001) schrieb Markus Brüderlin: „Nichts fürchteten die Pioniere der abstrakten Kunst wie Paul Klee oder Piet Mondrian mehr, als dass ihre revolutionären Errungenschaften mit Ornamenten verglichen würden. Jedoch, das ‚Reich des Ungegenständlichen‘ existierte, lange bevor Wassily Kandinsky um 1911 sein erstes abstraktes Aquarell schuf, allerdings angesiedelt im dienenden Bereich der Dekoration und Ornamentik.“
Heute sieht man ein, dass Werke von Frank Stella, Ellsworth Kelly oder Sol LeWitt, die mir im Zusammenhang des Wandreliefs hier in den Sinn kommen, ohne den Begriff des Ornamentes gar nicht zu verstehen sind.

Bei Andrea Knobloch kommen oft sehr beziehungsreiche aber fast vergessene Kulturtechniken zum Einsatz:

Das Köhlerhandwerk ist ein nahezu ausgestorbener Beruf. In luftdicht abgeschlossenen Meilern werden Holzscheite und Reisig bei einer Temperatur zwischen 300 und 350 °C verkohlt, ein Prozess einsetzt, der zwischen sechs bis acht Tage andauert.

Das Flechten von Haaren zu einem Zopf, das Korbflechten und das Flechten von Matten, also das Herstellen von Flechtwerk durch Ineinanderschlingen von biegsamem Material vor allem von Bast, Weide, Reisig, Rattan, Binsen – oder wie hier: Aluminiumlamellen.

Vielleicht sollte man sich um seine Pflanzen wie um seine Haare kümmern: Sie regelmäßig gießen, bzw. waschen, sie frisieren, düngen oder einfach gut pflegen.
Bei der Recherche zu den „arbeitenden Pflanzen“ war Andrea Knobloch in verschiedenen Gießener Amtsstuben, Behörden, Schulen und Institutionen zu Gast und hat fotografisch dokumentiert, wie pflanzliche Lebewesen eigentlich eher möbelähnliche Verwendung finden. Als Raumteiler, Schreibtischbegrünung oder in einer Ecke des Büros fristen sie ein eher karges und trauriges Dasein. So hat an einigen Stellen das Interesse der Künstlerin an diesen Unwichtigkeiten dazu geführt, die Pflanzen wieder einmal abzustauben, zu wässern oder auch ein wenig mehr ins rechte Licht zu rücken.

Jochen Plogsties

Der Traum des Joachim
29.11.2014 - 06.01.2015

Eröffnung: 29.11.2014, 18 Uhr

Künstlergespräch: 30.11.2014, 16 Uhr


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Giotto hatte durch die neue Darstellungsweise seiner Fresken für die Arenakapelle in Padua eine veränderte Sichtweise auf die Welt eingeleitet. Der Maler Jochen Plogsties wiederholt in feinsinniger Akribie und abstrahierendem Duktus Reproduktionen meist bekannter Werke der Tafelmalerei und transportiert sie dadurch in einer verändertes Hier und Jetzt; so auch jenen Traum des Joachim.

„Jochen Plogsties sensibilisiert mit den Mitteln zeitgenössischer Malerei und seinen ‚Rückübersetzungen‘ von Kunstreproduktionen in Gemälde für Prozesse und Varianzen von künstlerischer Aneignung. Anhand von Werken aus allen Epochen der Kunstgeschichte werden Bildstrategien re-kondensiert. Plogsties‘ konzeptueller Ansatz vereint dabei eine appropriative Haltung mit subjektivem Gestus: Durch Auswahl und Wiederholung seiner Motive verhandelt er den Grad der Abstraktion und Adaption in jeder Arbeit neu.“

Derzeit sind über vierzig Arbeiten von Plogsties in seiner Ausstellung „Küsse am Nachmittag“ in der Kestnergesellschaft in Hannover zu sehen. Im Neuen Kunstverein Gießen zeigt er vier Bilder, darunter erstmals den „Traum des Joachim“ aus dem Jahr 2014. Jochen Plogsties (*1974 in Cochem) studierte Malerei in Leipzig bei Arno Rink und war Meisterschüler bei Neo Rauch.

Plogsties hat eine Edition für den Neuen Kunstverein Gießen aufgelegt.

 

Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft


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Edition

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„10_13 G (Mona Lisa)“

51 x 36 cm, Siebdruck auf Phoenix Motion
Auflage: 5 Stück für Neuer Kunstverein Gießen, 2014
250 € zzgl. Versand
(vergriffen)