Corinne Kitzis

08.05.–20.06.2020 

 

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Corinne Kitzis (* 1987 in Tel Aviv) erforscht in ihrer Installation Die Kunst einer Hausfrau den Zustand der Weiblichkeit in einer Zeit, in der die Begriffe „privat“ und „öffentlich“ eine neue, fließende Bedeutung haben. Sie verwandelt den Galerieraum in ein amerikanisches Wohnzimmer – ein Ort, an dem Inspiration fehlt, Träume sterben und Kompromisse gemacht werden. Auf dem Fernseher läuft die Corinne Show, eine von der Künstlerin erschaffene Welt im Talkshow-Format der 1990er Jahre. Als Gastgeberin und Selbsthilfe-Guru verkauft Corinne Kitzis in ihrer Show ein Produkt an jedes Paar, das unter einem unglücklichen Eheleben leidet: Das Rollenspiel 2000. Mit Humor und Ehrlichkeit gewährt sie in ihrer Arbeit einen Einblick in das Alltagsleben vieler Familien.


EN GARDE mit Studio Sörvis

11.07.–15.08.2020 

 

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Die beiden Künstlerinnen Sandrine Jalquin und Lina Marie Katz arbeiten seit dem Sommer 2018 unter dem Namen studio sörvis an verschiedenen künstlerischen Projekten in Gießen und Frankfurt. Ihre Werke zeichnen sich vor allem durch die Arbeit mit vorgefundenen Materialen aus. Analoge wie auch digitale Verfahren werden in ihren zumeist Siebdrucken und Fotografien gleichermaßen eingesetzt und miteinander ergänzt, so dass oftmals Collagearbeiten mit grafischem und illustrativem Charakter entstehen. 

Die im Neuen Kunstverein ausgestellten Arbeiten setzen sich mit den Begriffen: Eigentum, Grenze und Angst auseinander.

„You´ll do it gently, won´t you“ beschäftigt sich mit einer persönlichen, subtilen Angst, die durch eine Verletzung des körperlichen und geistigen Eigentums entstanden ist und die es zu überwinden gilt. Der Versuch, das reale Leben lückenlos aus der Retrospektive wiederzugeben, ist illusorisch, denn zwischen der Person der Vergangenheit und der der Gegenwart herrscht ein Zwiespalt. Die Frage der Authentizität von Autobiografien darf demnach nicht außer Acht gelassen werden. Neben autobiografischen Einflüssen setzt sich die Arbeit auch mit kollektiven Erlebnissen aus dem Bereich sexueller Übergriffe künstlerisch auseinander.

„German Angst“ hingegen fokussiert eine Angst, deren Ursprung nicht nachvollzogen werden kann, die das Bauen von Grenzen bewirkt und damit ein physisches Eigentum manifestiert. Stacheldrähte, meterhohe Hecken, Zäune, Fenstergitter, verschlossene Gartentüren oder Überwachungskameras. All dies sind symbolische Versuche sich selbst und den eigenen Besitz in Sicherheit zu wiegen. Jene Gestaltungsentscheidungen der eigenen, äußeren vier Wände geben Aufschluss auf die dort lebenden Menschen. Sie scheinen sich vor Etwas oder Jemandem zu fürchten. Ist diese Art von Streben nach einem Sicherheitsgefühl in einem privilegierten Land wie Deutschland nötig? Oder handelt es sich lediglich um eine Manifestierung des eigenen Besitzes?
Wo Abgrenzung geschieht, entsteht in gleichem Maße Ausgrenzung. Nicht zuletzt sollen Parallelen zwischen weltpolitischen Geschehnissen und Aktivitäten der eigenen Heimgestaltung gezogen werden.

Beide Arbeiten enthalten das Ziehen, Aufrechterhalten und Überwinden von Grenzen in jeglicher Weise. Missstände, wie die Nachbeteiligung von Frauen und Minderheiten, sowie fragwürdige, normative Verhaltensweisen sollen aufgezeigt und hinterfragt werden. 

 

Die Ausstellung erfolgt im Rahmen einer neuen Ausstellungsreihe für Absolvent*innen des Instituts für Kunstpädagogik der JLU. Die Räumlichkeiten des Kunstvereins werden zu einer Plattform für junge Künstler*innen, welche sich auf eine Ausschreibung für die Reihe EN GARDE beworben haben.


Aliénor Dauchez

22.08.–03.10.2020

 

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Aliénor Dauchez ist eine international tätige Bildende Künstlerin und Regisseurin. Erst als Ingenieurin der UTC in Compiègne ausgebildet, studierte sie anschließend Bildende Kunst an der UDK in Berlin und an der Beaux-Arts in Paris bei Gregor Schneider und Giuseppe Penone. 

Sowohl bildnerische als auch theatrale und performative Mittel sind gleichwertige Bestandteile ihrer künstlerischen Arbeit. Als Performerin ist sie selbst oft Bestandteil ihrer Werke oder die Arbeiten sind so konstruiert, dass sie an sich performative Elemente enthalten, indem sie die räumliche Situation und die Situation des Betrachters in stetem Wandel halten oder zumindest das Potential bergen, diese jeden Moment verändern zu können.


Erik Sturm

10.10.–21.11.2020

 

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„Arbeiten in der Stadt, arbeiten an der Stadt und arbeiten mit der Stadt“ – Für Erik Sturm (* 1982 in Rudolstadt) sind die Realitäten im städtischen Raum der Ausgangspunkt für seine künstlerische Auseinandersetzung. Die Energie, Zeit und Spuren unserer – sich im Umbruch befindenden – Gesellschaft stehen dabei im Fokus seiner neuzeitarchäologischen Arbeitsweise. 

Welchen Einfluss nehmen wir auf unsere Umwelt? Wie verändern sich Städte? Erik Sturms konzeptionelle Skulpturen und Installationen sind mögliche Antworten auf diese Fragen. Sie zeichnen sich durch den Bezug zum Alltag, zu urbanem Raum und ungewöhnliche Perspektiven auf Zeit aus: Rückstände und Fundstücke wie jahrzehntealte Werbesäulen, Feinstaub oder Baustellenfunde bilden die Grundlage für Sturms meist serielle Arbeiten.